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 2010 Reise nach Istanbul
 
  

SY-Leila.de > 2010 Reise nach Istanbul

01.05.2010  Start von Marmaris nach Symi

02.05.2010  Symi nach Kos

03.05.2010  Kos nach Samos

05.05.2010  Samos nach Chios (Pythagroreio)

07.05.2010  Chios Stadt nach Lesbos (Plomari)

09.05.2010  Plomari nach Mytilini (Chios)

10.05.2010  Mytilini nach Mythimna (Moluvos)

12.05.2010  Mythimna (Moluvos) nach YeniköyY

13.05.2010  Yeniköy-Limani nach Carnakkale

14.05.2010  Carnakkale nach Karabiga (Marmara-Meer)

15.05.2010  Karabiga nach Turkeili Adasi (Dalgakiran)

18.05.2010 Turkeili Adasi nach Istanbul Ataköy-Marina)

30.05.2010 Istanbul nach Asmaliköy (Marmara)

31.05.2010  Asmaliköy nach Gelibolu

01.06.2010  Gelibolu nach Yeniköy

02.06.2010  Yeniköy nach Boscaada

03.06.2010 Boscaada nach Assos

04.06.2010 Assos nach Maden Adasi

05.06.2010 Maden Adasi nach Ayvalik und Alibey

07.06.2010 Ayvaik nach Badhelmi

08.06.2010 Badhelmi nach Foca

09.06.2010 Foca nach Egrililiman

10.06.2010 Egrililiman nach Alacati


Unser Segeltörn 19.4-28.5.2010  ( von Leila Braun)

 

Leila_400.jpg 

 Beinahe wäre unser Törn wegen der Aschewolke aus Island ins Wasser gefallen. Mit 3 Tagen Verspätung sind wir dann doch weg gekommen, aber dann nach Izmir geflogen. Wir sind mit einem Mietwagen mit Fahrer  nachts  in einer abenteuerlichen Fahrt über die Berge nach Marmaris gefahren. In der Marina angekommen, haben wir unsere Yacht Leila nicht gefunden. Es sind über 1000 Boote da!!! Der Fahrer war total erstaunt und dachte wohl, die Leute sind verrückt!!!

 Dann haben wir eine Leiter organisiert und konnten ins Schiff hoch klettern. Die ersten Tage haben wir wie immer auf Land verbracht. Norbert hat fleißig am Schiff gearbeitet und ich bin schon mal zum Pool schwimmen gegangen. Es war ja schon angenehm warm, so 20 Grad. Sonst war es in der Marina wie immer: Lauter alte Rentner beschäftigt mit ihren Booten, also ein wunderbares Altersheim!

Am 26.4 kamen wir dann endlich ins Wasser. Neben uns lag eine super Motoryacht und die Crew hat uns zu einem Raki eingeladen und die Yacht gezeigt. Innen war alles vom Feinsten: riesige Doppelkabinen mit Spiegelschränken und Marmorbädern, ein Steuerstand wie im Flugzeug und natürlich mindestens 5 Fernseher.  Wenn sie fahren, haben sie Dieselkosten um die 6000 Euro am Tag!!! (2 x 12zylinder)

Am 1.5. sind wir dann gestartet. Unser erstes Ziel war Symi, wo wir schon oft waren. Die Insel ist immer noch schön und wir sind abends durch die Gassen geschlendert. Am nächsten Morgen hatten wir wie gewohnt Ankersalat: Jemand war über unsere Kette gefahren und hat seine Kette in unseren Anker eingedreht. Wir haben fast eine Stunde gebraucht, unseren Anker frei zu  bekommen. Wir hatten übrigens nette Nachbarn, Crew-Boys aus Madagaskar, die trifft man auch nicht jeden Tag.

Dann ging es weiter nach Kos. Im Hafen war es noch ruhig und wir haben einen guten Platz bekommen. Abends haben wir unsere alten Freunde Sointu (eine Finnin) und Janis in ihrem Restaurant besucht. Sie hatten traurige Nachrichten: Janis Bruder war im Streit ermordet worden. Sie waren auch besorgt, wie es in Griechenland wirtschaftlich weitergeht, die Krise ist halt überall. Die Mehrwersteuer wird erhöht und es wird immer schwieriger mit dem Lokal. Sointu würde am Liebsten wieder nach Finnland gehen.

Bis jetzt hatten wir nicht viel Wind und sind viel motort,  konnten aber auch manchmal schön segeln. Nach Kos wollten wir unterwegs in Agothonisi ankern, aber trotz mehrerer Versuche hat der Anker nicht gehalten. Wir sind wir deshalb nach Samos in die Stadt Pythagoreion weitergefahren. Eine sehr schöne idyllische Stadt und haben da einen Tag Pause gemacht und dies gemütlich genossen.

Dieses Jahr hatten wir  keine großen Probleme mit dem Schiff. Nur eine Gummidichtung des Diesel-Filters hielt nicht dicht und so musste Norbert eine Neue besorgen. Deshalb haben wir einen Mietwagen organisiert und eine Insel-Rundfahrt gemacht und mehrere Autowerkstätten besucht. So hatten wir zum Schluss 4 Filter –immer auch Vorrat.

Wir sind hoch auf die Bergdörfer gefahren und haben das Kloster Moni Panagios besucht. Herrliche Ruhe und Einsamkeit auf einer wirklich grünen Insel. Da könnte man auch einen schönen Urlaub  verbringen.

 Unterwegs hatten wir beinahe einen schlimmen Unfall. Ein Motorradfahrer kam uns auf unserer Spur entgegen und Norbert kam durch ein ruckhaftes ausweichen mit Auto ins Schleudern.  Ich habe uns schon an die Mauer crashen gesehen, aber Norbert konnte das Auto doch noch auffangen und auf der Straße halten. Das war reine Schrecksekunde. Ich hatte aber  im Kloster eine Kerze gespendet, das hat wohl unser Leben gerettet. Unsere Zeit war wohl noch nicht gekommen.

Am nächsten Morgen sind wir bei einem herrlichen Sonnenaufgang losgefahren. Zuerst motort, danach über 20 Meilen gesegelt. Es ist noch sehr ruhig auf dem Wasser und kaum andere Schiffe zu sehen. So kann man die Unendlichkeit des Meeres richtig genießen.

In Chios angekommen sind wir in einen ziemlich trostlosen Hafen gefahren und haben an Bord Nudeln gekocht und es uns gemütlich gemacht. Neben uns lag ein kleines dänisches Boot, Georg und Gisela. Sie leben schon 19 Jahre auf dem Schiff und haben in Deutschland alles verkauft. Es ist auch nicht einfach: Sie haben oft Krankheiten und kaum Geld und kein richtiges Zuhause, das wäre nichts für uns…

Wir waren am Fährhafen in einer urigen Kneipe sehr lecker Fisch essen.

Auf Chios haben wir wieder einen Mietwagen genommen und sind in das berühmte Kloster Nea Moni gefahren. Da haben früher mal über 600 Mönche gelebt. Jetzt ist das Kloster aber verweist. Innen haben wir die wunderbaren Fresken besichtigt und den Klostergarten bewundert.1822 haben die Türken hier ein Massaker angerichtet und über 3000 Chioten getötet. Einen Teil der Skelette kann man noch in einer  Klosterkapelle besichtigen.

Wir sind dann noch in die berühmten Mastix-Dörfer, Pyrgi, Olympoi und Mesta gefahren. Sie liegen oben auf den Bergen und sind von gewaltigen Außenmauern umgeben. Wir haben unter alten großen Bäumen die richtig griechische Atmosphäre genossen und unseren Frappé getrunken.

Am nächsten Morgen ging es mit Südwind, Genua und Besan-Segel Richtung Lesbos. Wir hatten einen wunderbaren Segeltag und kamen abends in dem kleinen Stadthafen Plomari an. Neben uns lag ein Katamaran und Admiral Ullrich und Skipper Sissi haben uns sehr herzlich begrüßt. Wir sind zusammen mehrere Ouzos in einer netten Taverne trinken gegangen. Von der Insel Lesbos kommt übrigens der beste Ouzo in Griechenland und so konnten wir es auch testen. Diese milden, schönen Abende, lustige Stimmung, keine Spur von der Krise – das ist Segelurlaub pur….

Am nächsten Tag spazierten wir zum Strand und haben ein schönes Fisch-Restaurant für den Abend entdeckt. Dann gab es noch Busouki-Musik direkt vor unserem Boot und so konnten wir schön einschlafen…

Übrigens: Die Häfen in Griechenland sind spottbillig. In Plomari haben wir 11 Euro bezahlt und meistens hat man Wasser und Strom. Mehr kann man nicht erwarten. Einziger Minuspunkt ist: man muss sich ständig bei der Hafenbehörde anmelden. Sie wollen immer wissen, woher man kommt und wohin man will. Gerne erzählen sie von dem schwierigen Leben als griechischer Beamter. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kilometer Norbert schon in den letzen 10 Jahren gelaufen ist, um die griechischen Behördengänge zu erledigen. Eigentlich verdient er einen Orden!!!

Von Plomari sind wir in die Haupstadt Mytilini gesegelt. Wir mussten uns zuerst bei der Hafenbehörde anmelden, sind dann in den Stadthafen reingefahren und haben am  Stadtkai festgemacht. Es stellte sich als großen Fehler heraus, da es nämlich im Hafen scheußlich gestunken hat. Wir konnten natürlich den Aufenthalt so nicht geniessen.Wir  sind dann auch gleich am nächsten Morgen weiter gefahren. Wir erreichten den nördlichen kleinen Fischerhafen Moluvos  Die Stadt hat eine ganz eigene Stimmung. Die Häuser sind im türkischen Stil errichtet und oben auf dem Berg erwartet uns ein Kastel, das wir  am nächsten Morgen besuchen wollen.

Dies haben wir dann auch gemacht. Anschließend hat Leila den ganzen Tag mit Schwimmen un Faulenzen am Strand verbracht. Gegen Abend kamen dann unsere neuen Freunde Siss und Ulrich mit ihrem Katamaran an. Wir wurden zu einer Besichtung und einem Trink eingeladen. Anschließend waren wir in einem sehr guten Restaurant essen.

skipper mit leila_300.jpg
 

Am nächsten Morgen sind wir früh ausgelaufen und haben die Straße zwischen Lesbos und der türkischen Küste unter Segel durchquert. Gegen Nachmittag kamen wir in dem Fischerhafen Yeniköy-Limani an. Einige Fischer halfen beim festmachen. Wir haben die sehr armen Fischer, die teilweise sogar auf ihren Booten leben, beobachtet und haben uns dann noch das auch wirklich armselige Dorf angesehen. Bevor wir in den Hafen einfuhren haben wir beobachtet wie die Fischer ihre Netze ins Wasser werfen. Beim Ausbringen fahren sie in einem höllischen Tempo mit Vollgas einen Kreis. Dieser wird dann geschlossen.

Am nächsten Tag war Norbert schon früh wach. Es war ihm wohl in dem Dorf zu langweilig. Also fuhren wir früh los und erreichten bald die Einfahrt der Dardanellen. Es war ein bewegender Moment als wir da reinfuhren. Links lag Europa und rechts Asien. Hier haben die Allierten 1915 gegen die Türken gekämpft und verloren. Hier haben auch schon die alten Perser (Xerxes) gekämpft und Alexander der Große ist über die Dardanellen nach Indien gereist. Die Strömung bei der Einfahrt nahm langsam zu und erreichte stellenweise 3,5 kn gegen uns. Aber für alte Leila war das kein Problem. Norbert suchte bei Carnakkale die Marina und sah sie nicht, weil gerade eine Feuerwehrübung mit vielen Löschbooten und anderen Schiffen veranstaltet wurde. Erst als wir schon weit vorbei gefahren waren, merkte er, dass der Hafen dadurch versperrt war. Die Übung ging dann gerade zu Ende und wir konnten durch die Menge der Schiffe in die Marina einfahren, wo uns ein freundlicher Hafenmeister einwies. Wir sind dann in die sehr lebhafte und schöne Altstadt gegangen und haben für Norbert neue Klamotten gekauft, damit er auch schick aussieht, wenn dievielen neuen Bootsfrauen seine Leila stürmen wollen. Wir lagen mit unserer Yacht direkt gegenüber dem trojanischen Pferd, dass die Stadt schon vor langer Zeit aufgestellt hat. Troja liegt nicht sehr weit weg von Carnakkele. Zum Schluss sind wir in einen alten türkischen Hof mit vielen Geschäften und Lokalen gegangen und haben noch einen Raki getrunken.

Am 14.5.10 gings weiter Richtung Istanbul. Es war kaum zu glauben aber es herrschte Südwestwind. Dies ist angeblich nur an 14 Tagen im Jahr zwischen Mai und September der Fall. Schon die alten Trojaner konnten deshalb nur in dieser Zeit die Dardanellen in östlicher Richtung durchqueren, da sie mit ihren alten Rah-Seglern nicht gegen den Wind ankreuzen konnten.

Wir hatten das Glück nur mit der Genua gegen 3-4 kn Gegenströmung diese Strecke von 25 sm in nur 5 Stunden zu bewältigen. Stolz sind wir also neben den großen Frachtern gesegelt, die wohl sehr gestaunt haben dürften. Es gab natürlich unterwegs ein paar Unstimmigkeiten zwischen Kapitän Nobi und Angsthase Leila. Sie sah mehrere große Frachter direkt auf uns zukommen. Aber Nobi behauptete, es wäre kein Problem und genug Platz zum Ausweichen vorhanden. Außerdem müßten sie ausweichen, weil wir unter Segel sind. Nobi sagte, wenn sie uns rammen, gibts ein neues Schiff von der Versicherung.

Immer noch mit Südwestwind und der Genua erreichten wir das Marmara-Meer und versuchten im Fischerhafen Kemer zu landen. Aber dieser Hafen war total mit großen Fischtrawlern verstopft. Wir mußten also weiterfahren und versuchten in den im Handbuch Gerd Radspinner beschriebenen Fischerhafen Aksaz mit einer Wassertiefe in der Einfahrt von 7 m einzufahren. Doch wir blieben im Sand stecken, aus den 7 m sind weniger als 1,8 m geworden. Gott sei Dank fuhr Skipper Nobi ganz langsam, sodass er das Boot wieder vom frei bekam.

So mußten wir nochmals ca. 10 sm weiter zum nächsten Hafen Karobiga fahren wo wir endlich einen Platz neben den Fähren bekamen. Ein perfekt Deutsch sprechender Hafenkneipenwirt begrüßte uns. Es gibt also zwischen Carnakkale und Karabiga (ca. 56 sm durchs Wasser) keine Anlegemöglichkeit. Nach einem ausgesprochen guten Fischessen ging es ab in die Kojen.

Heute, am Samstag den 15.5. hat der Skipper Leila informiert, dass es morgen früh Starkwind der Stärke 7 (near gale) gibt. Nobi meinte, dieser Hafen sei nicht sicher bei dieser Windlage. Wir verlegten unser Schiff auf die nahe Insel Turkeili, auf der es eine riesige leere Hafenanlage gibt. Beim Anlegen gegen den Wind gab es Probleme, da Leila mit ihren kurzen Beinen nicht an Land konnte. Norbert warf jedoch kunstvoll ein Lasso über einen Poller und wir konnten in die Spring eindampfen und anlegen. Hier warten wir nun auf den angekündigten Sturm (chen?).

Der Starkwind kam dann schon früher als angekündigt. Norbert kontrollierte nochmals alle Festmacherleinen und ging dann in die Koje. Vorher machten wir noch eine Wanderung zum Inselhauptort Avsa. Das waren bestimmt hin uind zurück 10 km. Am Abend dann plötzlich Windstille und eine halbe Stunde später drehte der Wind und es ging richtig los. Da lag unser Boot plötzlich mehr als einen Meter vom Kai entfernt. So stark war der Druck auf die Leinen. Leila konnte nicht schlafen und machte es sich im Steuerhaus gemütlich. Gegen halbzwei Uhr weckte sie Norbert, weil zwei Fischerboote in den Hafen einliefen und Hilfe beim Anlegen benötigten. Norbert überwand die große Lücke vom Boot zum Kai und half. Beide Fischerboote waren nur jeweils mit einem Mann besetzt. Wir müssen wohl bis Montag abwarten, dass der Wind etwas nachläßt. Wäre wohl etwas ungemütlich bei 7 bis 8 Beaufort raus zu fahren.

Wir mußten doch noch bis Dienstag den 18.5. bleibe. Wir haben dann aber entschieden, am Mittwoch früh los zu fahren. Es war bewölkt und der Wind ging auf 4-5 Beaufort zurück. Norbert hißte alle 4 Segel und so sind wir bei Südwest Richtung Istanbul gedüst. Unterwegs haben uns bestimmt über 100 Delphine Gesellschaft geleistet. Öfters zogen schwarze Gewitterwolken am Himmel auf und Leila bekam die Krise. Norbert holte aber nicht die Segel runter, weil er sagte: Kein Problem, dass können wir immer noch machen. Wir hatten 70 sm zu bewältigen und hatten das nach 12 Stunden geschafft und liefen in die Marina Ataköy in Istanbul ein. Für die sportliche Leistung des Tagen belohneten wir uns mit einem Fischessen (Heilbutt aus dem Schwarzen Meer). Es war phantastisch gut aber leider auch 100 Euro teuer. Aber wir haben in der FAZ gelesen, Geld sei nur eine Ilusion.

Ab hier berichtet der Skipper alleine, da seine bessere Hälfte Leila nach Deutschland entschwebte.

Pünktlich am 28.5.10 ist Hans (Jonny Walker) auf dem Atatürk Flughafen gelandet und per Taxi in der Marina eingetroffen. Eigentlich wollten wir sofort am nächsten Morgen ablegen, daber dann hat er sich doch von mir überreden lassen, den Top-Kapi-Palast und die Sultan Ahmed Mosché zu besichtigen. Als er zurück kam, hatte er außer diesen Sehenswürdigkeiten auch noch die Schiffe einer Großschiffs-Regatta besichtigt, unter anderem die Alexander Humbold aus Deutschland, die 4-Master Mir aus Russland und viele andere. Er war begeistert. Am Sonntag legen wir dann endlich ab zum leider Motortörn zur Insel Marmara. Wir machten in dem kleinen Fischerhafen Asmaliköy fest. Dabei halfen uns die russische Crew der Yacht Tarh aus der Ukraine. Der Skipper lud danach sofort zum Wodka ein. Hans hatte bereits seinen Jonny intus und legte dann noch ein Wasserglas Wodka obendrauf. Nach einem guten Fischessen und einer weiteren Flasche Rotwein schliefen wir wie die Murmeltiere. Am nächsten Morgen starteten wir nach Gelibolu. Hier ankerten wir in der Nähe des Fischerhafens und hatten schon wieder, und diesmal ein sehr preiswertes Fischgericht (Seebarsch). Die folgende Strecke führte uns bis nach Yeniköy. Am Dardanellenausgang hatten wir etwas Starkwind und es baute sich eine ungemütliche Dünung auf. Wir hatten immer noch Südwestwind und mußten leider wieder den Motor benutzen. Wir liefen wieder den Fischerhafen Yeniköy an, der aber diesmal gerammelt voll mit Fischerbooten war. Also ankerten wir in der Hafenmitte und wir konnten den kleinen Sturm in der Nacht und die Regenschauer sicher abwettern. Am nächsten Morgen war der Starkwind weg und der Wind drehte in die richtige Richtung. So liefen wir die Insel Boscaada an. Ein freundlicher Hafenmeister half beim Anlegen. In der Nacht davor, als wir in Yeniköy lagen, haben in Boscaada sämtliche Boote losgemacht und sind geflüchtet, weil der Hafen durch Südostwind die Hölle war. Wir hatten es dann aber sehr gut und erkundeten die Inselhauptstadt. Die Stadt ist wunderschön, wenn auch nicht richtig türkisch. Vielmehr ist sie eine Mischung aus türkischen und griechischen GebäudenC, die aber top restauriert und bemalt sind, wie auf den griechischen Inseln.

Weiter ging es zur altgriechischen Festungsstadt Assos. Wieder ein total anderer Eindruck. Alle Gebäude aus Felsgestein gemauert. Der Hafen, eigentlich nur für Fischer gedacht, hatte gerade noch einen Platz für uns frei. Ein freundlicher Skipper einer türkischen Gulet half bei Festmachen. Als unser Anker leider nicht hielt, gestattete er uns, seitlich an seinem Boot festzumachen. Erstaunlich wie hilfsbereit die Türken sind! Wir besichtigten die alte Festung (600 vor Christus) und erfuhren, dass hier Aristoteles 3 Jahre gelebt hat.

Nach langer Zeit am nächsten Tag endlich die Möglichkeit zum Segeln ! Wir kreuzten 25 sm zur Insel Maden bei Ayvalik und erstmalig hatten wir keine Motorstunde gebraucht! Auf Maden Adasi (Insel) ankerten wir in einer Traumbucht als einzige Yacht. Auch das Wetter war heiß und klar und der Skipper Nobi stieg erstmals in die Fluten. Nach dem Bad maß Hansi die Wassertemperatur. Es waren 23 °C. Den nächsten Tag verbrachten wir hier bis es anfing, trübe und regnerisch zu werden. Wir fuhren nach Ayvalik und ankerten vor der Marina. Nach Shopping und einem traditionellen Essen verbrachten wir eine ruhige Nacht. Ayvalik hat uns etwas enttäuscht, da die Stadt nichts besonderes zu bieten hat und auch wirklich kein Schönheit ist. Das gegenüber liegende Alibey ist genau das Gegenteil. Alle kommen aus Ayvalik nach Alibey, um die vielen guten Restaurants zu besuchen und fahren dann wieder heim. Im Sommer sollen sich hier Tausende von türkischen Touristen am Kai drängen.

Von Alibey gings dann nach Badhelmi. Hier hatten wir ein Festmenu vom Skipper Nobi: Lamm-Filet mit Bratkartoffel und Salat. Als Vorspeise gab es einen russischen Salat und natürlich eine Flasche Rotwein. Am nächsten Morgen ankerten wir dan an der heißen Quelle am Südende der Inseln und suhlten uns im 40-50 °C heißen Wasser.

Nächste Station war die Stadt Foca, die uns sehr gut gefallen hat. Die Häuser sauber restauriert, die Stadt super sauber. Als wir anlegten, begrüßte uns Kapitän Vahti am Steg mit Händedruck und einer Flasche Rotwein und lud uns zu weiterem Umtrunk auf sein Ausflugsschiff ein. Seine Freundin heißt Yeila und war sehr lustig. Wir revanchierten uns mit einer Tafel Schokolade. Dies muß eine tiefere Bedeutung haben, sonst kann ich mir die Freude die sie zeigten nicht erklären. Irgendwie hat die Schokolade wohl etwas mit Liebe zu tun. Nach dem wir uns verabschiedet hatten und totmüde in die Kojen fielen, konnten wir trotzdem fast nicht schlafen, weil unser Nachbar Vahti und andere türkische Yachten noch bis in den frühen Morgen lautstark weiter feierten. Noch im Hafen hissten wir am nächsten Morgen die Segel und segelten einen am Wind Kurs über den Izmir Golf zur Karaburun Halbinsel. Mehrere große Frachten zwangen uns zu Notwenden, um eine Kollision zu verhüten. Nach 35 sm Kreuzen liefen wir in die einzige Ankerbucht an der Westseite von Karaburun, Egrililiman ein. Es war eine etwas unruhige Ankernacht, da anscheinend ein verfrühter Meltemi mit bis zu 25 Knoten Wind uns um den Schlaf brachte. Gott sei Dank hielt der Anker gut.

Am nächsten Tag hatten wir wieder Wind, diesmal aus der richtigen Richtung, nämlich achterlich. Mit gerefftem Groß und voller Genua brausten wir durch die Straße von Chios und nach einer Richtungänderung am Ende der Straße nach Osten mit Halbwind nach Alacati. Der Wind wehte mit bis zu 7 Bft. und wir erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 8,4 Knoten. Alacati ist ein Windsurfer-Paradies. Über hundert Surfer preschten mit irrer Geschwindigkeit durch die Bucht. Es waren sehr viele Könner darunter, und wir haben sie bestimmt über eine Stunde beobachtet. Alacati bietet auch eine gute Ankermöglichkeit direkt vor der Marina an, aber bei dem starken Wind entschlossen wir uns doch, in die Marina einzulaufen, um wieder mal gut schlafen zu können. Auch sollte die Marina laut Handbuch noch preiswert sein. An der Kasse mußten wir dann jedoch 55 Euro bezahlen. Fast so viel wie in Istanbul! Jetzt ist unsere Kasse leer und muß wohl wieder aufgefüllt werden.

Am nächsten Tag liefen wir dann in die Teos-Marina in Sigacik ein. Die Marina war noch nicht offiziell eröffnet, sodass die Nutzung kostenlos war. Am Samstag erschienen dann Peter und Marianne aus Brixen im Thale. Abends gingen wir in ein Restaurant im Fischerhafen wo ein kleiner Mann, Peter nannte ihn Zwergnase, perfekt in Deutsch parlierte. Sonntags fuhren wir 3 Meilen nach Westen in eine kleine Bucht und ankerten. Der Tag wurde mit Schwimmen, Sonnen, Trinken und Essen verbracht. Wir blieben nicht lange alleine, da kamen schon ein paar türkische Sonntagsausflügler mit kleinen Booten und wir konnten die Damen im islamischen Badeanzug aus Plastik bewundern. Außerordentlich sexy und schwimmen können sie natürlich auch nicht. Am Montag früh verließ uns der schöne Hans und wir machten uns dann sofort auf den Weg Richtung Westen. Wir erkundeten ein paar Buchten und Marianne und Peter und natürlich auch ich kamen beim Schwimmen voll auf unsere Kosten. Es folgten ein Besuch im mondänen Cesme. Wir lagen in der noch nicht ganz fertigen Marina ohne Strom, jedoch mit Wasser, mußten jedoch den vollen Preis bezahlen. Der Preis war fast so hoch wie in Istanbul. Cesme ist wohl einer der schönsten Orte in der westlich Türkei. Alles neu und modern, jedoch gibt es auch eine Altstadt mit vielen alten stilvoll restaurierten Häusern.

 


 

 

etzt.. Al...

 

 

    

 

 

 

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