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Überführungstörn von Rügen ins Mittelmeer 2002 (Gesamtstrecke 3595 sm)

1. Fahrtvorbereitungen

Im Winter 2001/2002 hatte ich genügend Zeit, mich gründlich auf diesen Segeltörn vorzubereiten. Ich besorgte die elektronischen Seekarten von Transas für meinen Laptop, sowie sämtliche Papierkarten, die ich für meine lange Reise benötigte. Außerdem erwarb den McMillan Read Almanach, sowie ein Mittelmeerhandbuch. Als sehr nützlich haben sich auch die Handbücher "South Biscay" und "North Biscay" von Imray erwiesen. Als Tidenrechner und Strömungsinformation benutzte ich das Navigationsprogramm Tsunamis 99 von Transas. Außerdem ließ ich mich von zwei Seglern beraten, die den gleichen Törn schon einmal gemacht hatten. So konnte ich dann endlich Ende April, gut vorbereitet, die Fahrt nach Rügen und danach die große Reise, beginnen.

Um die Yacht seeklar zu machen, fuhren meine Frau Leila und ich bereits Ende April nach Lauterbach auf Rügen. Es war noch ungemütlich kalt und es blies ein unangenehmer Wind. Wir quartierten uns deshalb für ein paar Tage in einem der schönen schwimmenden Appartementhäuser der Marina "Im Jaich" ein.

Bei der Suche nach einem Elektriker lernte ich Claus-Dieter kennen, der mir beim Aufziehen der Segel und bei der Reparatur der nicht funktionierenden Elektrogeräte bzw. Schalter und Lampen usw. behilflich war. Mein neuer Wetterdecoder, die neue Rettungsinsel und die neue Inmarsat-E EPIRP "global3" (Funk-Seenotrettungsboje, die über Satellit Seenotalarm auslösen kann) wurden montiert. Im Winter wurde bereits eine Edelstahlscheuerleiste montiert, der Antifouling-Anstrich wurde ausgebessert und das Boot poliert.

Am Freitag den 10.4.erledigte ich noch einige notwendigen Arbeiten im Maschinenraum und öffnete deshalb die Motorluke. Durch irgend etwas wurde ich abgelenkt und musste meine Arbeit unterbrechen. Als ich nach einer halben Stunde zum Boot zurückkehrte, übersah ich die noch geöffnete Maschinenraumluke und stürzte hinein. Mein Knie schlug hart gegen den Lukenrahmen und ich hörte die Engel singen. Schnell schwoll das Knie an und es bildete sich ein riesiger Bluterguss. Ich kühlte den Rest des Tages das Knie mit Eis aber am nächsten Morgen stellte es sich heraus, dass die Schmerzen nicht nachließen. Leila fuhr mich mit dem Auto ins nahe Krankenhaus nach Sassnitz. Nachdem beim Röntgen nicht viel zu sehen war, musste ich noch eine Magnetresonanztomographie über mich ergehen lassen. Dann konnten die Fachleute endlich sehen, was genau mit meinem Knie los war. Der Innen-Meniskus war gerissen und der Knochen am Kniegelenk etwas beschädigt (eingedellt).

Die Ärzte sagten mir, dass ich den Segeltörn, wenn ich nicht zimperlich wegen der Schmerzen sei, wagen könnte. Mit einer dicken Spritze entleerte man mir noch den Bluterguss, was mir sofort große Erleichterung brachte. Mit dem Rat, mein Knie möglichst über ein paar Wochen lang nicht abzuwinkeln, wurde ich entlassen.

Bereits vor der Abfahrt hatte ich einen luftbereiften Roller angeschafft, damit mein finnischer Freund Martti, der Probleme mit seinen Knien hat, uns bei Stadtbesichtigungen begleiten konnte. Jetzt benötigte ich aber diesen Roller. Er war für die nächsten 5 Wochen mein ständiger Begleiter und ermöglichte mir die Fortbewegung, ohne dass ich mein lädiertes Knie abwinkeln musste. Die Leute schauten alle etwas amüsiert zu, wenn ich mit dem Roller vorbei fuhr. Sie wussten ja nichts von meinem bandagierten, beschädigten Knie. Vor allem in Spanien und Portugal schien es mir, als ob die Leute noch nie einen Tretroller gesehen hätten.

19.05.2002 Start von Lauterbach nach Sassnitz.

Eigentlich sollte es ja schon am Samstag den 18.5. losgehen. Doch Dietmar, unser Segelneuling aus Frankfurt, kam erst abends in Lauterbach an, so dass es keinen Sinn machte, noch zu starten. Martti aus Finnland, der Vorbesitzer von "Leila", war unser 3. Mann. Er war bereits 2 Tage vorher eingetroffen und hatte mir beim Einbau eines neuen Kühlschrankes geholfen. Das alte Gerät hatte plötzlich seinen Dienst verweigert. Wir starteten also am Sonntag Morgen mit dem Nahziel Sassnitz. Leider konnten wir nur eine halbe Stunde lang segeln, dann schlief der Wind ein.

Sassnitz > Gedser (Dänemark) 75 sm.

Unser zweiter Tag bescherte uns leider keinen Wind, so dass Motoren angesagt war.

21.05.02 Gedser > Kiel-Holtenau, 69 sm

Endlich kam Wind auf und wir konnten stundenlang segeln. Direkt vor der Bootsschleuse des Nord-Ostsee-Kanals konnten wir zum Übernachten festmachen.


22.05.02 Kiel-Holtenau > Brunsbüttel-Schleuse 57 sm

Die Fahrt durch den Kanal war bequem und interessant. Einmal stand ein Signal auf Halt und wir mussten 2 Stunden in einer Haltebucht warten, bis die Ampel wieder freie Fahrt gab. In Brunsbüttel machten wir in der kleinen, aber netten Marina vor der Schleuse fest. Dann telefonierte ich mit meinem Freund Manfred Schuster in Hamburg, der natürlich sofort abends mit seiner Freundin Astrid zu uns kam. Wir verbrachten zusammen einen gemütlichen Abend bei gutem Essen und viel Bier im Marina-Restaurant.

23.05.02 Brunsbüttel > Helgoland 53 sm

Leider gab es wieder keinen Wind, aber guten Tidenschub: Spitzengeschwindigkeit von "Leila" 10,9 kn, d. h. fast 4 kn Tidenschub!

24.05.02 bis 25.05.02 Helgoland > Borkum 85 sm

Bei guter Wettervorhersage (Wind 3-4 Beaufort) starteten wir morgens um 9.30 Uhr mit dem Ziel Borkum. Dies wollten wir nach Möglichkeit vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Wir setzten alle Segel und segelten ca. 5 Stunden bei idealem Wind von 5-8 m/sec. (= 3-4 Beaufort). Zuerst durchquerten wir das Verkehrstrennungsgebiet "Jade Ansteuerung" in westlicher Richtung. Dann

hielten wir uns nördlich des Verkehrstrennungsgebietes "Terschelling - Deutsche Bucht", um später von der Pos. 53° 54,71 N

6° 41,68 E aus die Durchquerung in Richtung Borkum zu beginnen.

Davor jedoch legte der Wind zu auf 13-18 m/sec, (entspricht 7-8 Beaufort). Wir mussten alle Segel wegnehmen und starteten den Motor. Der Seegang nahm unangenehm zu, da auch der Wind noch gegen die Tidenströmung stand. Dies war für unser stabiles Schiff jedoch kein Problem, nur die Mannschaft hielt dem nicht stand. Dietmar wurde stark seekrank und wurde von mir mit einer Sicherheitsleine im Cockpit festgehakt. Ab und zu gingen Brecher über das Steuerhaus bis ins Cockpit hinein und durchnässten Dietmar und Martti vollständig. Es schien ihnen jedoch nichts auszumachen. Martti machte einen gesunden Eindruck, obwohl auch er sich weigerte, ins Steuerhaus zu gehen. Nur ich ging ins Trockene, musste aber auch kurz und kräftig viermal hintereinander Neptun opfern.

Danach war Ruhe und ich steuerte noch stundenlang das Boot gen Borkum. Wegen des Seegangs konnten wir nur noch 4-5 kn fahren und erreichten erst am nächsten Morgen bzw. in der Nacht um 1.30 Uhr den Schutzhafen von Borkum. Die Einfahrt war überhaupt nicht beleuchtet und erschien mir ziemlich gefährlich. Erst am nächsten Morgen konnte ich feststellen, dass sie doch mindesten 100 m breit war. Wir verlegten das Boot in die Marina und mussten dann 2 Tage auf gutes Wetter warten.

27.05.02 Borkum > Den Helder 113 sm

Auf unserer weiteren Reise hatten wir dann stets SW-Wind. Dagegen konnte man nicht ankreuzen und wir mussten meistens Motoren. Im Seegatt vor Den Helder hatten wir einen starken Gegenstrom von bis zu bis 4,5 kn. Da spürt man deutlich die Vorteile eines Motorseglers mit seiner starken Maschine.

28.05.02 Den Helder > Scheveningen 61 sm

Am nächsten Morgen starten wir mit der Empfehlung des Hafenmeisters 1 Stunde nach Hochwasser. Das ablaufende Wasser schiebt uns gen Süden. Wir haben wieder keinen Wind,

29.05.02 Scheveningen > zurück nach Scheveningen

Die Wettervorhersage des DWD sagte für diesen Tag Wind aus SW mit 5-6 Bft. voraus. Ich diskutierte mit Martti, ob wir ausfahren sollten und wir einigten uns darauf, dies versuchsweise zu tun, auch einmal um etwas Starkwindsegeln zu trainieren. Als wir dann den Hafen verlassen hatten und Segel gesetzt hatten (2-mal Reff und kleine Fock) nahm der Wind zu und erreichte 7-8 Bft. Da wir erst 3-4 sm von Scheveningen entfernt waren, beschlossen wir, wieder zurück in den Hafen zu fahren. Am nächsten Tag sagte mir Martti, dass er die Fahrt abbrechen müsse. Es sei für ihn doch zu anstrengend für sein Alter. Am 30.5. morgens verließ er uns mit dem Taxi in Richtung Flughafen Amsterdam.

Nun war ich alleine mit meinem seekranken Freund Dietmar. Es erschien mir zu gewagt, mit ihm alleine die Fahrt fortzusetzen. Also telefonierte ich mit einem Bekannten, den ich auf Rügen kennen gelernt hatte, Claus Dieter, und erreichte wirklich, dass er bis Lissabon mitsegeln würde. Er setzte sich am übernächsten Morgen in den Zug nach Zeebrugge in Belgien.

31.05.02 Scheveningen > Zeebrugge (Belgien) 67 sm

Dietmar und ich fuhren an diesem Tag bereits vor bis Zeebrugge, um die verbleibende Zeit bis zu Claus-Dieters Ankunft, zu nutzen. Wir hatten wieder eine sehr raue See und damit eine unruhige Fahrt, kamen aber sehr gut mit den Strömungen der Tide zurecht und erreichten bereits nach 10 Stunden Motoren Zeebrugge.

02.06.02 Zeebrugge > Calais 65 sm

Wir haben die Zeit bis zur Ankunft von Claus-Dieter genutzt und eingehend die in der Nähe liegende Stadt Brügge besichtigt. Wir holten Claus-Dieter am Bahnhof ab und waren wieder eine komplette Mannschaft. Ich hatte nun einen erfahrenen Seemann an Bord, bei dem ich noch Einiges, vor allemdie Radarnavigation- und -- --Auswertung, lernen konnte. Wir benötigten nach Calais 9 Stunden.

03.06.02 Calais > Eastborne (Sovereign Harbour) 74 sm

Bei der Ausfahrt am nächsten Morgen haben sich viele Boote vor der Hafenschleuse versammelt und auf das Öffnen der Tore gewartet. Als diese dann endlich aufgingen und wir ausfahren konnten, gingen im äußerem Hafenbecken die Ausfahrtsampeln auf rot und Allemussten warten. Viele Fähren kommen und legen ab und haben natürlich Vorfahrt vor den Sportbooten. Nach ca. 40 Minuten Wartezeit konnten wir endlich auslaufen und Kurs auf England nehmen. Wir folgten der französischen Küste bis etwas südlich der Kardinalboje Bassure de Basse und durchquerten dann das Verkehrstrennungsgebiet. Anschließend befuhren wir die Inshore-Traffic-Zone bis Eastbourne. Hier hatten wir großes Glück, dass wir zur rechten Zeit ankamen, denn man kann nur 1 Stunde vor und 1 Stunde nach Hochwasser in die Marina einfahren. Davor und danach sind die Schleusentore geschlossen. Eastbourne ist eine riesige und ziemlich neue Marina, umbaut mit neuen Wohnhäusern mit Eigenturmswohnungen.

04.06.02 Eastbourne > Brixham 159 sm

Wir starteten früh um 7.30 Uhr (Es blieb uns keine Wahl, wegen der Tide und der Schleusenöffnung). Nach 21 Motorstunden erreichten wir Brixham am Nachmittag des 5.6. Wir hatten ruhiges Wetter und fast keinen Seegang. Am Besucher-Schwimmsteg des Yachtclubs konnten wir festmachen. Wir schlenderten durch den Ort, kauften ein und gingen dann in ein Restaurant, in dem wir sehr schlecht und unglaublich teuer aßen.

05.06.02 bis 06.06.02 Brixham (Bretagne) 131 sm

Wir starteten unsere zweite Kanaldurchquerung nachmittags um 14.30 Uhr, weil ich nicht mitten in der Nacht, sondern bei hellem Licht am nächsten Morgen ankommen wollte. Wir hatten diesmal idealen Wind und segelten mit 2 Reffs im Groß, kleiner Fock und Besan die ganze Nacht durch. Die Windstärke betrug 8-14 m/sec 5-7 Bft. Das Etmal betrug immerhin 131 sm und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 5,5 kn. In Aberwrac machten wir an einer Mooring fest und fuhren dann mit dem Schlauchboot an Land. Nach einem Rundgang durch den kleinen Ort, kehrten wir in ein gemütliches Restaurant ein und stillten unseren Wolfshunger.

07.06.02 Aberwrac Morgat 52 sm

Wieder gab es keinen Wind. Deshalb sind wir bereits nach 6 Stunden in Morgat angekommen und haben vor der Marina geankert. Für mich war es das erste Mal, in einem Tidengewässer zu ankern. Den Ankerplatz musste ich sorgfältig aussuchen und dabei den Wasserstand bei Ebbe und Flut berücksichtigen. Mit gemischten Gefühlen beobachtete ich die Tiefenanzeige, da der Tidenhub an manchen Tagen doch recht unterschiedlich ist. Bei Hochwasser haben wir uns dann zum Tanken und Wasser auffüllen in die für uns sonst zu niedrige Marina gewagt. Am Abend gingen wir dann zum noblen Essen in das von Dietmar bereits einmal früher besuchte Restaurant des Hotels Julia, das wir nach ein paar Stunden befriedigt, aber finanziell stark erleichtert, verließen. Es folgten 2 Ruhetage wegen Starkwindwarnungen der Wetterdienste. Die Nächte waren wegen dem Seegang sehr unruhig und wir konnten kaum schlafen.

10.06.02 bis 13.06.02 Morgat > La Coruna (Spanien) 349 sm

Die Entscheidung, die Überquerung der Biscaya zu starten, traf ich alleine, weil Claus-Dieter auf meine Frage hin nur brummte,

ich sei ja der Skipper. Also entschied ich, bei einer Vorhersage für die nächsten 3 Tage mit max. Windgeschwindigkeiten von 4-5 Beaufort, am Nachmittag 16.30 Uhr, zu starten, obwohl der Wind stärker war und natürlich wieder aus Südwest, unserer Zielrichtung kam. Ich hoffte, dass der Wind später gemäß Vorhersage abnehmen würde.

So mussten wir wieder die Maschine starten und nahmen Kurs auf die Raz de Sein, einer schmalen Durchfahrt zwischen Festland und diversen Inseln, in der eine unglaubliche Tidenströmung herrschte. Der Seegang war sehr hoch und ungemütlich. Das Boot schwankte und stampfte sehr stark. Trotzdem hatte ich ein sicheres Gefühl. Manche Brecher füllten das Deck und etwas Wasser davon lief über die Stufen ins Steuerhaus. Die Speigatten sind anscheinend etwas zu klein ausgelegt, sodass das Wasser nicht schnell genug ablaufen kann. Ab und zu dringt auch etwas Wasser durch das Schiebeluk ein.

Der Wind legte in der Nacht nochmals auf 6-14 m/sec = 5-7 Beaufort zu. Auch den nächsten Tag über hatten wir durch den Seegang bedingte sportliche Höchstleistungen zu vollbringen und erst in der zweiten Nacht mäßigten sich Windstärke und Seegang.

Unterwegs trafen wir auf ein großes Kriegsschiff, das uns anscheinend als Zielobjekt im Manöver benutzte, denn es folgte uns längere Zeit. Zum Schlafen löste ich mich mit Claus-Dieter im 4-Stunden-Rhythmus ab. Der beste Platz dazu war nicht die eigene Koje, sondern der Salon mit der querliegenden Sitzbank/Koje, in der man sich einigermaßen gut festklemmen konnte. Auch der Platz auf der Sitzbank im Steuerhaus war angenehm, konnte man von dort aus auch liegend alle Instrumente beobachten. Dietmar lag längere Zeit in der Achterkajüte, wurde einmal jedoch herausgeworfen. Er hatte Glück, dass er sich nicht verletzte.

In La Coruna wollte ich meine Ankerwinde reparieren lassen und man bot uns an, ein defektes Zahnrad anfertigen zu lassen. Nach 2 Tagen Wartezeit und nicht eingehaltenen Versprechungen der spanischen Reparaturwerkstattgaben gaben wir auf und verzichteten auf die Reparatur.

15.06.02 La Coruna > Porto Pedras Negras 104 sm

Ohne Wind starteten wir, um das Cap Finisterre zu umfahren. Ab 11 Uhr kam starker Nebel auf und wir konnten nur noch mit Hilfe des Radars fahren.

16.06.02 Porto PedrasNegras > Leixos (Portugal) 85 sm

Wieder hatten wir am Nachmittag starken Nebel. Stundenlang fahren wir nur mit Hilfe des Radars. Selbst vor und im Hafen von Leixos betrug die Sicht nur max. 200 m.

17.06.02 Leixos > Nazaré 104 sm

Immer wieder Nebel, diesmal sogar nur 100 m Sicht, und das fast den ganzen Tag. Wir benötigten 13 Stunden mit Maschine.

18.06.02 Nazaré > Cascais (Lissabon) 68 sm


Auf dieser Strecke war der Nebel nicht mehr so stark und wir hatten immerhin 300 m Sicht.

In Cascais lies ich die defekte Ankerwinde reparieren. Dazu fertigte eine Firma ein kompliziertes Bronzezahnrad nach dem defekten Muster an. Die Firma behauptete, die Verzahnung des defekten Rades wäre nicht die richtige zum Antrieb des E-Motors gewesen und fertigte das neue Rad mit einer wesentlich größeren Verzahnung an. Seitdem funktioniert die Winde einwandfrei und zuverlässig. Das waren wirklich wahre Künstler!. Wie ein falsches Zahnrad in meine Ankerwinde gelangte, ist mir schleierhaft.

Mehrmals besichtigten wir in diesen Tagen Lissabon. Am 22.6.02 verließen mich Dietmar und Claus-Dieter und flogen nach Hause. Ich musste noch bis zum 1.7. warten, bis die neue Crew, Peter und Marianne Helmreich einschwebten. Die Wartezeit nutzte ich für Servicearbeiten am Boot. Ich übte mich wieder im Busfahren und holte Marianne und Peter vom Flughafen in Lissabon ab. Wir besuchten zusammen dann Lissabon nochmals und ich spielte den Touristenführer, da ich die Stadt ja bereits gut kannte.

03.07.02 Cascais > Setubal 44 sm

Diesmal hatten wir günstigen achterlichen Wind und erreichten gegen 19 Uhr die Marina. Diese war jedoch überfüllt, sodass wir wieder ein Stück zurückfuhren und uns in der Bucht von Setubal vor Anker legten.

04.07.02 Setubal > Sines 43 sm

Wieder hatten wir N-NW-Wind 4-6 Beaufort. Unterwegs folgten uns viele Delphine, die wir in 3-4 m Entfernung fotografieren konnten.


Eintragung von Marianne Helmreich ins Logbuch: "In Sines ist der Hund begraben! Unsere Suche nach etwas Brot fürs morgige Frühstück erweist sich als wahre Odyssee. Die Strandpromenade- bombastisch und beleuchtet- erweist sich als etwas skurril, auch das tolle Pflaster auf den Straßen mag gar nicht zu der Leere der Stadt passen. Der Wirt des Restaurants, indem wir aßen, erklärt uns später, dass es wohl an der für Juli unüblichen Kälte liegt, dass kein Mensch auf der Gass ist".

05.07.02 Sines > Capo St. Vicente 64 sm

Mit gutem Wind, aber auch einem Seegang von 3-5 m ging es weiter zum berühmt, berüchtigten Cap St. Vicente. Peter wurde trotz Scopoderm-Pflaster seekrank. Auch Marianne hat es etwas erwischt. Nach ca. 9 Stunden gehen wir in einer Badebucht direkt hinter dem Cap St. Vicente vor Anker. Wir sind an diesem Tag bei achterlichen Wind gut gesegelt und unser Speed betrug zwischen 6und 8,2 kn.

06.07.02 bis 07.07.02 Capo St. Vicente > Lagos 23 sm

Bei Windstärke 7 Beaufort ging es weiter nach Lagos. Eine bewegte Fahrt mit entsprechenden Seegang. Wir mussten 2 Reffs ins Groß setzen und benutzten nur die kleine Fock. Diesmal hat das Pflaster Peter sehr geholfen. Am nächsten Tag sind wir mit dem Dingi den Felsenstrand entlang gefahren, haben gesonnt und gebadet. Ein tolles Erlebnis bei endlich 26° C ohne Wind. Am Abend haben wir im Fischerhafen phantastisch gute Meeresfrüchte gegessen. (Grilo & RuteLDA, Docapesca-Lagos) Man sitzt wie in Frankfurt-Sachsenhausen an langen Tischen mit vielen Gästen zusammen. Nur ein Koch versorgt mit Hilfe von nur zwei Gasflammen über 100 Gäste, und das blitzschnell, preiswert und wie bereits gesagt, in hervorragender Qualität und hervorragenden Geschmack.

08.07.02 Lagos > Albufeira 23 sm

Wir wollen keine Meilen fressen und gehen früh vor Anker, nachdem wir erst spät Lagos verlassen haben.

Eintrag im Logbuch von Marianne:

" Beim Auschecken müssen wir warten, bis die Brücke (der Marina) geöffnet werden kann. Unsere Weiterfahrt über Portimao nach Albufeira ist diesmal von angenehmen Wind begleitet. Kurzzeitig ist die Küste geprägt von Bausünden, dann wird es aber doch wieder schön. Die Küste mit ihren vielen Grotten erinnert mich an ein riesenlanges Aquädukt. Knapp vor Albufeira ankern wir zum Baden, es herrscht eine riesige Strömung. Richtig vor Anker gehen wir direkt unterhalb der Stadt. Für unseren abendlichen Bummel müssen wir das Dingi nehmen. In Albufeira springt uns der Tourismus an, es gibt unzählige Bars, Discos, usw. Beim Übersetzen im Dingi zu unserem Schiff sehen wir die beleuchteten Grotten. Nachts schlägt die Ankerkette."

09.07.02 Albufeira > Olhao 28 sm

Idealer Wind bringt uns in 4 Stunden nach Olhao. Kurz vor der Einfahrt in die Lagune passiert uns ein schlimmes Malheur. Die Genua lässt sich nicht einrollen. Was bleibt uns übrig? Wir müssen Sie auswehen lassen wie eine Fahne und fahren so mit Vollgas über die Barre mit tosender Brandung am Laguneneingang. Nach ca. 2 sm erreichen wir unseren Ankerplatz und sehen dort schon viele Boote aus Deutschland. Ich sagte noch zu Marianne und Peter, hoffentlich hilft uns einer, als auch schon ein Schlauchboot mit 2 Männern bei uns anlegte und fragten, ob sie helfen könnten. Dies nahmen wir dankbar an. Mit vereinten Kräften bargen wir die Genua und banden sie an der Reling fest. Am nächsten Morgen zogen wir Sie dann wieder auf. Die Rollleine hatte sich in sich selbst verheddert und festgeklemmt. Die Helfer waren der Skipper Walter Köhler von der "Pegasus", einer Kojencharter-Yacht mit 6 Gästen an Bord. Am Abend gingen wir zusammen mit Skipper Walter und Crew nach Culatra, der Lagunenhalbinsel essen.

Dort kannte Walter ein Restaurant, in dem alle seine Wünsche bei der Essenszubereitung erfüllt wurden. Wir aßen mit 11 Personen für insgesamt nur € 61. Es gab so viel Fisch und Salat und Pommes wie man haben wollte. Der Chef brachte immer wieder neue volle Platten, wenn etwas leer war. Der Wein für die ganze Gesellschaft war auch im Preis enthalten. Anschließend besuchten wir noch eine andere Kneipe und beobachten die Dorfjugend beim Dominospiel.

Am nächsten Tag haben wir die Aussteigerkolonie "Kunterbunt" auf Culatra besucht. Hier liegen ca. 20-30 Boote auf dem Meeresgrund. Die Segler leben dort fast das ganze Jahr. Außerdem sind wir mit einer Fähre nach Olhao gefahren und haben die Stadt besichtigt.

11.07.02 Olhao > Tavira 16 sm

Peter will an diesem Tag mal ganz alleine segeln und nicht vom Skipper ständig belehrt werden. Ich stimme zu und lege mich zu einem Mittagsschläfchen auf die Cockpitbank. Plötzlich blärrt das Funkgerät. Ich eile ins Steuerhaus und höre von Walter, dass wir im Begriff sind, auf eine Sandbank aufzulaufen. Ich schaue aufs Lot und erschrecke, starte sofort die Maschine, und fahre aus der Gefahrenzone. Peter hatte leider übersehen, dass zum Segeln nicht nur Steuern, sondern auch noch Navigieren gehört. Seit diesem Vorfall wurde Peter ruhiger und vertraut dem Skipper nunmehr fast voll.

Marianne im Logbuch:

Angenehme Weiterfahrt bei wenig Wind (schön!) Peter vergisst leider, auf die Wassertiefe zu achten, sodass es plötzlich ganz seicht war.... wir fahren zusammen mit der "Pegasus" einen sehr guten Kurs und kommen bei Flut in die Lagune von Tavira. Das Atlantikwasser ist kalt, aber wenn man mal drin ist, ist es toll. Beim Abendessen auf einer "Praca" in Tavira ist es zum ersten Mal richtig angenehm, südlich warm.

13.07.02 Tavira > Ayamonte (Spanien) 39 sm

Marianne: Vormittags Strand auf der "Isla de Tavira", es ist so heiß, dass auch Norbert mal ins Wasser geht! Am Nachmittag brechen wir Richtung Rio Guadiana, Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien auf. Das Endziel unserer Etappe ist Ayamonte, ein quirliges Städtchen auf der spanischen Seite des Flusses. Wir segeln nun unter spanischer Gastflagge und gehen nach langer Zeit wieder einmal in eine Marina. Die Zentrale Lage sollte sich nachts als Nachteil erweisen, haben wir es doch mit dem lautesten Volk Europas, den Spaniern, zu tun!

14.07.02 Ayamonte > Cadiz 74 sm

Marianne im Logbuch: Heute ist ein langer Segeltag, es weht nur ein lauer Wind, so dass wir auch Motoren müssen. Abends fahren wir mit dem Taxi von unserem Hafen Puerto America, ins Zentrum der Stadt Cadiz und essen auf dem großen Platz vor dem Rathaus zu Abend. Anschließend schlendern wir noch durch die engen, alten Gassen mit den schönen Erkern und Balkonen, in denen es angenehm kühl ist. Wir sehen auf der Fahrt mit dem Taxi gewaltig große, uralte Ficus-Bäume. Übrigens, folgendes Phänomen ist aufgetreten: Beim Abendessen hat es bei uns Allen gleichzeitig geschwankt, und das noch vor dem Wein.

15.07.02 Cadiz > Barbate

Wir starten wieder spät um 15.00 Uhr und erleben eine aufgepeitschte See mit Wellen aus allen Richtungen um das Cap Travalgar herum.

Marianne im Logbuch: "Ich habe Geburtstag und am nächsten Morgen gibt es eine leckere Torte zum Frühstück. Anschließend gehen wir auf "Sightseeing-Trip" nach Cadiz. Angeblich ist Cadiz die älteste Stadt Europas, von Herkules gegründet. Viele Gassen sind unglaublich eng, einige der alten Gemäuer sind perfekt restauriert, bei den meisten kann man allerdings die vergangene Pracht nur ahnen. Im Touristenverband spricht man nur Spanisch und während der Stadtrundfahrt rätseln wir, was nun unverständliche sei, das angebotene Englisch oder das unkenntliche Deutsch. Die vielen Erker und Balkone, der Strand mitten in der Stadt, sowie die endlos lange Strandpromenade haben mir am besten gefallen. Unter der hartnäckigen Begleitung eines Fliegenschwarms geht’s nach Barbate."

16.07.02 Barbate > Gibraltar 42 sm

An diesem Tag erleben wir den stärksten Wind des ganzen Törns. Bis 8 Beaufort aus Ost sehen wir auf unserem Windmesser. Es ist vor allem der Seegang, der die Fahrt für uns wieder sehr anstrengend macht. "Leila" hat sich gut gehalten und vermittelt trotz Stoßen und Stampfen ein Gefühl der Sicherheit. Wir nehmen alle Segel weg und versuchen auf der Westseite der Halbinsel von Tarifa zu ankern. Nach 3 Versuchen auf gutem sandigen Ankergrund geben wir auf. Der Anker hält nicht. Wir fahren weiter um die Insel herum. Danach ändert sich schlagartig der Seegang und beruhigt sich. Wir fahren weiter bis Gibraltar und legen am Queensway Quay vor dem deutschen Restaurant "Claus on the rocks" an. Am Abend essen wir dort vorzüglich.

18.07.02 Gibraltar > Fuengirola 57 sm

Eine ruhige Fahrt, auf der wir großen Schwärmen von Delphinen begegnen. Marianne und Peter verlassen mich und es kommen Hans Fröhlich und Gerhart Arnold an Bord. Ein dritter Mitsegler hat leider kurzfristig abgesagt. Zusammen mit meiner Schwägerin Anita und Ehemann Bernard, die bei Marbella wohnen, besuchten wir einen Freund von Hans, der uns in ein tolles Tapas-Restaurant führte. Auch besuchten wir die schöne Stadt Mijas, von der aus man einen tollen Ausblick über Fuengirola und das Meer hat.

22.07.02 Fuengirola > Cala de Velez 40 sm

Bei gutem Wind, aber relativ viel Seegang, kamen wir gut voran. Gerhart wurde schwer seekrank und opferte Neptun erheblich. Trotzdem behielt Sunnyboy seine gute Laune.

23.07.02 Caleta de Velez nach 36° 44,060 N 3° 45,702 W 15 sm

Nach kurzer Fahrt gingen wir in einer schönen Badebucht vor Anker und Gerhart konnte sich von seiner Seekrankheit erholen.

24.07.02 Almerimar 55 sm

10 Stunden benötigten wir für diese Strecke. Davon konnten wir nur 4 Stunden segeln, da der Wind erst gegen Abend aufkam.

25.07.02 Almerimar > San José 35 sm

Hier musste uns Gerhart schon verlassen und mit einem Mietwagen nach Alicante zum Rückflug fahren.

26.07.02 San José Mazarrón 64 sm

Alleine mit Hans ging es weiter.

27.07.02 Mazarrón > Cartagena 32 sm

Unterwegs fiel der Autopilot mit einer Fehlermeldung aus. Deshalb liefen wir in der Marina in Cartagena ein. Es gelang mir, den Autopiloten wieder funktionsfähig zu machen.

28.07.02 bis 31.07.02 Cartagena > Alicante 65 sm

Kurz vor Alicante hatte ich plötzlich das Genuafall lose in der Hand und es rutschte aus dem Mast heraus. Es war durchgescheuert, weil ich irgendwann, wahrscheinlich bereits in Portugal, einen Törn um das Genuastag gelegt hatte und dies nicht bemerkte. Das Fall (Kombination Stahl-Leine) konnte ich wieder verwenden, aber das Stag war stark verbogen, sodass ein Neues eingebaut werden musste. Außerdem fällt wieder der Autopilot aus und wir fahren deshalb Alicante an. Im Real Club Nautico bekommen wir für ein paar Tage einen Liegeplatz. Wir lassen den Autopiloten von einem Fachmann reparieren. Auch das verbogene und geknickte Genuastag wird erneuert.

Wir haben Zeit, uns die Stadt gründlich anzusehen. Ich finde hier eine tolle Kaffeemaschine mit Thermoskanne mit einem Volumen von 1,5 l, die sogar genau unter der Spüle im Schrank sicher für jeden Seegang untergebracht werden kann.

01.08.02 Alicante > Ibiza 103 sm

Das bisschen Wind, das wir haben, kommt aus Osten. Also geht es wieder per Motor weiter. Wir starten morgens um 5 Uhr

underreichen Ibiza Stadt nach 16 Stunden. Wir bekommen einen Liegeplatz an der Tankstelle der Marina Ibiza Nueva. In der Nacht stinkt es schrecklich nach Diesel und man kann deshalb kaum schlafen. Dafür müssen wir auch noch den unverschämten Preis von € 79 zahlen.

02.08.02 Eivissa (Ibiza) > St. Antonio 26 sm

Es ist Leichtwindsegeln angesagt. Ein Stück müssen wir auch Motoren. Dann gehen wir in der Bucht von St. Antonio vor Anker. Einen Liegeplatz in der Marina gibt es nicht. Am 5.8. kommt mein Freund Manfred Schuster aus Hamburg an Bord. Hans fliegt zurück nach Deutschland.

06.08.02 St. Antonio > Eivissa 37 sm

Wir benötigten dringend Wasser. Dies war ein großes Problem. Wir tankten Diesel an der Tankstelle Puerto Ibiza Nueva und dachten natürlich, dass wir auch unseren Wassertank füllen könnten. Doch dies war nicht gestattet. Nach langem Palaver mit dem Personal der Marina mussten wir € 10,00 berappen und dazu noch an einem anderen Liegeplatz festmachen. Erst hier durften wir dann unseren Tank auffüllen. Anschließend fuhren wir in den Außenhafen und gingen vor der Marina Botafoc vor Anker. Nach kurzer Zeit erschien ein Boot der Wasserschutzpolizei und vertrieb uns wegen der Bauarbeiten am neuen Wellenbrecher vor dem Hafen. Wir mussten wieder auslaufen und gingen nach ca. 10 sm in der Cala es Canal wieder vor Anker.

07.08.02 Eivissa > Formentera (Sabina) 14 sm

Ein kurzer Ausflug bei gutem Wind. Wir legten uns vor der Marina Sabina vor Anker.

08.08.02 Sabina > St. Eulalia 10 sm

Ein paar faule Tage vor der Marina in St. Eulalia.

11.08.02 St. Eulalia > Antraitx (Mallorca) 61 sm

In 10 Stunden erreichten wir Mallorca. Unterwegs fiel wieder der Autopilot aus und wir mussten manuell steuern. Wieder stellten wir fest, dass der Autopilot das fast wichtigste Crewmitglied ist. Wir hatten 5-7 Bft Wind aus der richtigen Richtung und machten die Erfahrung, dass "Leila" sehr ausgewogen und auch per Hand leicht zu steuern ist. Trotzdem war es anstrengend und wir lösten uns beim Steuern im stündlichen Rhythmus ab.

12.08.02 Antraitx > Palma de Mallorca 20 sm

Auf dieser Fahrt begegneten wir einer arabischen Motoryacht mit Hubschrauberdeck und einer kompletten, an seitlichen Davids hängenden Segelyacht von ca. 12 m Länge. Nach einer Badepause in einer Bucht fuhren wir weiter nach Palma und bekamen einen Liegeplatz im Real Club Nautico. Dort bestellte ich Handwerker zum Einbau neuer Wasserpumpen und zur Reparatur der Genua. Die Nähte am UV-Schutz hatten sich gelöst. Die Spezialisten für den Autopiloten hatten leider keine Zeit und konnten mir deshalb nicht helfen.

Am 13.8. gedachten Manfred und ich des Mauerbaus in Berlin vor 41 Jahren, und haben dabei festgestellt, dass wir uns ohne diese Mauer nie kennen gelernt hätten. Wir gingen zusammen in die Tapas-Bar, die ich vor ein paar Jahren schon einmal besucht hatte und haben sie tatsächlich wieder gefunden.

15.08.02 Palma de Mallorca > Estanyol 23 sm

16.08.02 Estanyol > Cala Es Burgit 22 sm

17.08.02 Cala Montrago > Puerto de Campos 21 sm

18.08.02 Puerto de Campos > Palma de Mallorca

20.08.02 Palma de Mallorca > Arenal

Wir gehen direkt hinter der Marina vor Anker und fahren mit dem Schlauchboot zum Strand. Dann laufen wir einige Kilometer den Ballermann entlang. Später finden wir tatsächlich in einer Seitengasse noch ein spanisches Restaurant, in dem wir einfach, aber gut und preiswert essen. Das Leben auf dem Ballermann hat sich in der letzten Zeit stark geändert. Es gibt nicht mehr ganz so viele betrunkene deutsche Rowdies, wie früher.

21.08.02 Arenal > Carla Portals 19 sm

22.08.02 Cala Portals St. Eulalia 53 sm2

Wieder müssen wir die Maschine zur Überfahrt nach Ibiza benutzen, da es keinen Wind gibt.

23.08.02 St. Eulalia > Eivissa (Ibiza) 16 sm bis 24.08.02 Vorhafen

Morgens um 5.30 Uhr brachte ich Manfred mit dem Schlauchboot an Land, da sein Flugzeug bereits um 8.00 Uhr startete. Ich war gegen 6.00 Uhr zurück an Bord und legte mich wieder hin zum Schlafen. Gegen 7,30 Uhr wurde ich plötzlich wach und spürte, dass der Wind zugenommen hatte und es stark regnete . Ich stieg ins Steuerhaus hinauf und schaute aus den Fenstern. Die Sicht war miserabel, aber ich sah, dass Boote an mir vorbeifuhren.

Doch schnell bemerkte ich meinen Irrtum: Es waren keine Boote, die an mir vorbei fuhren sondern gerade umgekehrt, ich fuhr mit "Leila" an ihnen vorbei. Mein Anker hatte sich gelöst und ich trieb auf eine große, französische Yacht zu. Deren Skipper war auch schon auf den Beinen und sah mich auf ihn zukommen. Beim Zusammentreffen der beiden Yachten haben wir Alles versucht, um wieder voneinander freizukommen. Dies gelang erst nach längerer Zeit und nach hartem Kampf. Wir konnten jedoch nicht verhindern, dass an "Leila" 3 Relingstützen verbogen und die Fußreling leicht beschädigt wurde. Die französiche Yacht kam ohne Schaden davon.

Nachdem wir voneinander befreit waren, trieb ich auf die Baustelle im Vorhafen zu. Diese war mit einer Bojenkette ca. 50 m vor dem Ufer abgesperrt. Ich trieb mit Leila in die Leinen zwischen den Bojen. Erst hier gelang es mir, meinen Anker aufzuholen und zu bergen. Mit kurzen Schüben der Maschine versuchte ich, wieder freies Wasser zu erreichen, ohne die Bojenleinen in meinem Propeller zu bekommen. Mit viel Glück ist mir dies gelungen. Danach war ich körperlich und nervlich so kaputt, dass ich noch eine Stunde in sicherem Gewässer im Kreis herum fuhr. Dann endlich legte sich das Gewitter und ich verlegte meinen Liegeplatz in die nächste Bucht, der Cala Talamanca, um auf Familie Dymond zu warten.

Nach diesem Erlebnis fahre ich künftig den Anker sorgfältiger ein. Die Kette wird bei langsamer Rückwärtsfahrt ausgebracht. Nach ungefähr der Hälfte der benötigten Kettenlänge wird die Ankerwinde blockiert und ich beobachte die Kette, bis sie vollständig gespannt ist. Dann schalte ich den Rückwärtsgang ein und fahre vorsichtig zurück. Erst wenn das Boot nicht mehr zurück treibt, bin ich völlig sicher, dass der Anker hält. Dann lasse ich den Rest der benötigten Kette auslaufen.

Später höre ich von meiner nächsten Crew, Fam. Dymond, dass sie die Fähre von Denia nach Eivissa verpasst haben und erst am nächsten Tag in St. Antonio ankommen würden.

25.08.02 Cala Talamanca > St. Antonio 30 sm

Ich startete also ganz alleine nach St. Antonio, um sie dort abzuholen. Am Nachmittag kam ich gleichzeitig mit der Fähre aus Denia an und versuchte, in der Bucht zu ankern. Dies gelang erst beim dritten Versuch, weil der Anker immer wieder ins hohe Seegras fiel und dort nicht hielt. Fam. Dymond beobachte meine Ankerversuche vom Land aus und wunderte sich, was ich wohl da so lange trieb. Durch den Schaden in Eivissa klug geworden, habe ich jedoch gelernt, mir beim sicheren Ankersetzen Zeit zu lassen.

Schwägerin Anita und Schwager Bernhard mit Tochter Maret und Schwiegersohn Liam waren mit dem Auto gekommen. Wir konnten also am nächsten Tag nicht zusammen nach Eivissa fahren.

26.08.02 St. Antonio > Cala Talamanca

Ich fuhr nur mit Maret und Liam. Nachdem wir die Bucht von St. Antonio verlassen hatten, nahm plötzlich der Seegang kräftig zu, obwohl es keinen Wind gab. Die Folge davon war, dass Liam so seekrank wurde, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte und dann wie tot auf dem Achterdeck lag. Maret gab sich große Mühe, ihm zu helfen. Dies gelang leider nicht und Liam musste bis zur Ankunft in der Cala Talamanca leiden.

In der Cala Talamanca angekommen, suchten wir nach einem Ankerplatz möglichst nahe zum Ufer. Trotz glasklarem Wasser hatte ich wieder Pech. Ich fuhr, trotz aller Vorsicht und sehr langsamer Fahrt auf einen Felsen auf und kam nicht mehr frei. Wir versuchten 2-3 Stunden lang mit dem Motor freizukommen, was nicht gelang. Zum Schluss baten wir einen im Schlauchboot vorbeikommenden Spanier, unseren Heckanker seitlich auszubringen. Er tat uns den Gefallen und Liam, der sofort von der Seekrankheit genesen war, half mir, mit Hilfe der Schotwinden die Yacht vom Felsen zu ziehen.

Unser Manöver wurde die ganze Zeit über von Anita und Bernard vom Land aus beobachtet. Sie mussten lange warten, bis wir sie mit dem Schlauchboot an Bord bringen konnten. Liam und Maret sind in ein Hotel geflüchtet.

Wir verbrachten eine Woche in dieser Bucht, besuchten mehrmals die Stadt Eivissa und viele tolle Restaurants. Mit Bernard bin ich dann zum Flughafen gefahren und wir haben meine Frau mit Candy, unserem Yorkshire Terrier, abgeholt.

28.08.02 Cala Talamanca > zurück 21 sm

Unsere englischen Verwandte verlassen uns.

04.09.02 Eivissa ( Puerto Ibiza Nueva) Cala San Vicente 15 sm

Wir wollen Ibiza über die Nordküste umrunden und ankern vor San Vicente. Wir verbrachten eine ziemlich schlaflose Nacht, da die Bucht sehr ungeschützt ist.

05.09.02 Cala San Vicente > Cala Portinatx 7 sm

Auf der Seekarte sieht die Cala Portinatx sehr geschützt aus. Nachts haben wir trotzdem unangenehmen seitlichen Schwell, der uns wieder um die Nachtruhe bringt.

06.09.02 Cala Portinatx > San Antonio 15 sm

Hier steigen zwei neue Gäste zu: Meine Tochter Julia und ihre Freundin Nicole aus Frankfurt. Jetzt faulenzen wir von morgens bis abends, besuchen die vielen guten Restaurants der Inseln und genießen das blaue 25° C warme Mittelmeerwasser.

10.09.02 San Antonio > Cala Bassa 5 sm

In der Cala Bassa besuchen uns Wilma und Gerhart Arnold. Als ich das Ankergeschirr nachprüfe, streife ich mit meinem Kopf die Ankerbojenleine und meine teure Sonnenbrille fällt über Bord. Gerhart bekommt die Sache mit und springt mit Kopfsprung von der Reling hinterher. Tatsächlich gelingt es ihm, ohne Taucherbrille, aus ca. 4-5 m Tiefe die noch im Absinken befindliche Sonnenbrille zu fassen und wieder an Bord zu bringen. Eine tolle Leistung und Gerhart ist an diesem Tag unser großer Held.

Arnolds laden uns für den Abend in das von ihnen angemietete Ferienhaus der Fam. Resky zum Grillen ein. Das Haus ist wunderschön gelegen und man hat eine tolle Aussicht auf die Küste mit den vorgelagerten Felseninseln. Das Essen war köstlich und es war ein unvergesslich schöner Abend.


11.09.02 Cala Bassa > St. Eulalia 32 sm

12.09.02 St. Eulalia > Formentera 18 sm 13.09.02 Formentera > St. Eulalia 18 sm 17.09.02 St. Eulalia > Cala Canal 6 sm

19.09.02 Cala Canal > Formentera 40 sm

An diese m Tag haben wir die Insel Formentera südlich umrundet. Danach ankerten wir wieder in der Bucht der Insel Espalmador.


20.09.02 Formentera (Espalmador) > Cala Canal 4 sm

21.09.02 Cala Canal > Eivissa Puerto Nueva 7 sm

26.09.02 Eivissa > zurück zum Club Nautico 6 sm

29.09.02 Eivissa > Espalmador (Formentera) 8 sm

Leila, Julia und Christian haben mich am 28.09. verlassen. Die neue Crew sind Nicolai Braun, mein Sohn, Ruth Schäfer und Uli Holzinger.

30.09.02 Espalmador > Eivissa (Club Nautico) 28 sm

01.10.02 Eivissa > St. Eulalia 13 sm

02.10.02 St. Eulalia > Palma de Mallorca 63 sm

Auf dieser Strecke haben wir wieder einen unangenehmen, 2-3 m hohen Seegang und Ruth wird seekrank. Am Abend in Palma angekommen, erhalten wir wieder keinen Liegeplatz und müssen weiterfahren. Per Funk erbitte einen Liegeplatz in der Luxus-Marina Porta Portals und bekomme wirklich einen Platz am Besucherkai.

Jetzt kann ich endlich einen Termin von Marc Wilson, dem Servicemann von Cetrek bekommen. Er erscheint tatsächlich und repariert den Autopiloten.

05.10.02 Puerta Portals und zurück 20 sm

Wir wollen nach Ibiza zurückfahren. Unterwegs fällt erneut der Autopilot aus. Ich rufe Marc Wilson an und er dirigiert uns nach Puerto Adriano, wo wir auf ihn warten. Er kommt und stellt fest, dass der Motor der Hydraulikpumpe defekt ist. Die Kohlen sind stark abgenutzt und der Kohlestaub hat bewirkt, dass die Kohlen mit dem Kollektor keinen Kontakt mehr hatten. Er reinigt den Motor und baut ihn wieder zusammen. Danach funktioniert das Gerät wieder einwandfrei.

06.10.02 Puerto Portals > Eivissa (Ibiza) 62 sm

In zehn Stunden fahren wir, weil kein Wind, per Motor nach Eivissa.


07.10.02 Eivissa > Espalmador 10 sm

08.10.02 Sabina (Formentera) > Denia 59 sm

Meine Crew verlässt mich und ich bin ab sofort alleine an Bord. Ich bleibe noch bis zum 22. Oktober in Denia und erledige fast alle fälligen Servicearbeiten am Bord.

"Segeltörn Cascais-Malaga-Fuengirola"

Bericht von Marianne Helmreich

(Der etwas andere Segelbericht einer "Mit"-Seglerin)

"Durch den Wind" – im wahrsten Sinne des Wortes-, ist nicht nur meine Frisur, und das schon nach den ersten Stunden an Land in Cascais! Später wird mir dann klar, dass man, um mal eine Stunde am Strand liegen zu können, einen ganzen Tag Segeln in Kauf nehmen muss. Und was passiert an so einem Tag?: Einer kotzt garantiert- zumindest am Beginn eines Törns, bis die Wirkung des Ohr-Pflasters eingesetzt hat. Der, der nicht kotzt, muss ständig Alles holen: Sonnencreme, Pulli, Schwimmweste. Mit der Schwimmweste, angehängt an einem Rund-um-Seil bewege ich mich dann relativ sicher an Bord, nehme geduldig in Kauf, dass ich mir ständig den Kopf anknalle, mal am Großbaum, mal am Besanbaum. Wo immer ich mich hinsetze, gibts blaue Flecken oder Schatten- die Segel stören nämlich erheblich beim Sonnen. Neidvoll blicke ich mit dem Fernglas auf entblößte Menschlein in fernen Buchten, während ich fröstelnd meinen Anorak schließe.

Dass die Segler ihr eigenes Vokabular haben, ist allgemein bekannt: Wer weiß denn schließlich nicht, was Bullentaille, Niederholer, Lazyjack ist ?? Nur über so elementare Dinge wie "anluven" und "abfallen" streiten meine beiden Männer oft. Anfangs wunderte ich mich noch, bis mir dann schließlich klar wurde, was eigentlich fehlt an Bord: Ein Hörgerät- und zwar für Beide !

So wuchs ich allmählich in die Rolle der Vermittlerin, des verlängerten Sprachrohrs von einem zum anderen. Stolz auf meine neue Rolle setzten wir unseren Törn fort. In der Algarve haben wir viel erlebt und ich durfte auch öfter schwimmen. Dabei kam uns das liebe Dingi sehr zugute und wir wollen gnädig darüber hinweg sehen, dass Norbert sich damit auf Kollisionskurs mit der Fähre befand, während er sich die Füße wusch. In diesem Fall hatte ich die Funktion einer Sirene: Mein Schrei war laut und schrill.

Dass so ein Schlauchboot auch nicht so leicht zu handhaben ist, beweist Norberts ständiger Kampf mit dem Hahn. Dass es sich dabei nur um den Benzinhahn handelt, macht das Ganze etwas weniger spannend. Die Sache mit dem Fast-Auflaufen auf die Fähre passierte am gleichen Tag, als Peter vergessen hatte, auf den Wassertiefen-Anzeiger zu gucken, so dass "Leila" um ein Haar aufgelaufen wäre....

Doch unsere Problemchen lösten sich im Nu, als "Skipper Walter" in unser Leben trat. Dank seiner fachlichen Hilfe gelang es uns auf Anhieb, mitten in einer Fahrstraße zu ankern, was wir vorher ohne ihn noch nie geschafft hatten. Selbst auf das Vergnügen an einem lauen Abend in einer neonlichtbeschienenen Kneipe zu Abend zu essen, mussten wir wegen meiner hartnäckigen Verweigerung verzichten. Schade ...

Ja, meine beiden Männer! Sie würden sich ja so gut ergänzen- nur wissen sie es net! Schließlich will ja jeder immer recht haben. Mein Resumée nach 3 Wochen Segeltörn: Ich will wieder in die Algarve- und zwar mit dem Segelboot! Aber nur mit einem, das so super ausgestattet ist wie "Leila"! Auch mit der gleichen Mannschaft. Man spart das Kabarett. Skipper Walter können wir ruhig wieder treffen. Er ist nämlich ein netter Kerl und äußerst hilfsbereit. Und diejenigen, die am Strand braten, werde ich auch nicht beneiden: Sie haben nämlich nix erlebt im Urlaub!

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