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segeltörn 2003 von Denia über Alicante nach Sardinien (Gesamtstrecke 2183 sm)

22.4.03 Denia

Bin abends in Denia an Bord gegangen und holte am nächsten Tag die Crew, Günter und Martin vom Flughafen in Alicante ab. Die nächsten 3 Tage machten wir gemeinsam die Yacht seeklar. Abends besuchten wir ein Konzert in der Kirche Annunciòn in Denia. Die Künstler waren das Kammerorchester Klaus Hartung der Philharmonie Köln. Auf dem Programm standen Vivaldi, Bach, Dvorzak und Garibaldi. Es war ein sehr gelungener Abend. Wir probierten bei einem kurzen Törn unseren neuen Spinnakers aus. Hierbei handelt es sich um ein so genanntes Parasail. Einem Spinnaker mit einem großen quadratischen Loch in der Mitte, in dem an Leinen ein Parasail (Fallschirm) aufgehängt ist. Den ersten Versuch haben wir abgebrochen, weil plötzlich starker Wind von 6 Bft. blies. Am nächsten Tag gelang dies jedoch problemlos bei nur 2-4 m/sec. Nachmittags mussten wir den Spinnaker wieder einpacken, weil der Wind wieder 6-7 Bft. erreichte und wir noch nicht den Mut hatten, ihn oben zu lassen.

30.4.03 Denia - Alicante

Der eigentliche Törn begann. Wir fuhren von Denia bis Moraira in Richtung Alicante. Dann weiter nach Villajoyosa. Hier hatten wir leider Pech, weil sich die Mooringleine um unsere Antriebswelle wickelte. Ein Taucher musste herbei und uns davon befreien. Bei mäßigen Wind segelten wir weiter nach Alicante. Hier hatten wir 2 Tage Zeit zum Besichtigen der Stadt. Dann verließen mich Günter und Martin und flogen zurück nach Hause.

04.05.03

An unserem Hochzeitstag holte ich Leila mit Candy am Flughafen ab. Am darauf folgenden Tag besuchten uns unsere Freunde Erik und seine Frau Lola. Sie nahmen uns mit dem Auto mit nach Murcia. Erik zeigte uns die Stadt und besuchte mit uns das historische Casino zu einem hervorragenden Essen. Abends ging es dann mit der Bimmelbahn nach Alicante zurück. Dort besichtigten wir die größte Burg Europas: Santa Barbara.

7.5.03Alicante - Villajoyosa

Fahrt zurück nach Villajoyosa. Weiter in 6 Stunden (30 sm) nach Denia. Zum ersten Mal hatten wir hohen Seegang und Leila war nahe am ...... Es folgten Stadt- und Burg-Besichtigung. Abends gab es gutes Essen beim neuen Galizier im Hafen.

13.5.03 Denia - Valencia 55 sm

Wir benötigten 7 Stunden, natürlich unter Maschine, es gab leider keinen Wind und Leila konnte Ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen und auf dem Deck sonnen.

16.5.03 Valencia - Tarragona

Unser neuer Gast Chistian aus Österreich stieg in Valencia zu: Er ist ein begeisterter Regatta-Segler. Mit ihm war es ganz leicht, den Spinnaker zu heißen. Über Burriana und Benicarla sind wir nach Porte de los Alfagnes gesegelt und haben dort zum ersten Mal in der neuen Saison geankert. Am nächsten Morgen unternahmen wir einen Ausflug mit dem Schlauchboot zur nahen Naturschutzinsel. In 6 Stunden ging es dann weiter nach Tarragona. Hier machten wir eine Stadtbesichtigung. Dort hat uns Christian wieder verlassen.

21.05.03 Tarragona - Barcelona 61 sm

Einen langen Schlag alleine mit Leila: Wir sind ziemlich spät angekommen und mussten dann unter der Brücke durch in die Marina Port Vell. Das Schild mit der Höhenangabe befand sich nur auf der Ausfahrtseite vor der Brücke. Wir hatten deshalb ein mulmiges Gefühl, ob wir wohl unten durch passen! In extremer Langsamfahrt hat es dann doch geklappt. Wir haben an der Tankstelle festgemacht und am nächsten Tag zu einem schönen Platz gewechselt. Wir blieben 7 Tage in Barcelona und haben viel besichtigt: Stadtrundfahrt mit dem offenen Bus, abends Essen in Barcelonetta, Picasso-Museum, Marine-Museum (Nachbau einer Galeere), Rambla, Sacra Familia usw. Außerdem hat Heinrich, natürlich mit Allem ausgerüstet, was man so braucht, mein Rigg eingestellt! Später habe ich bemerkt, dass ich viel dichter am Wind segeln konnte.

28.05.03Barcelona - San Feliu de Guixol

Früh haben wir losgemacht und 47 sm nach San Feliu de Guixol gesegelt, bzw. motort, denn es gab leider keinen Wind.

Leila hat festgestellt, dass keine Boote unterwegs waren außer uns. Die meisten Boote liegen ständig in den Häfen. Den folgenden Tag haben wir gefaulenzt und uns ausgeruht, die Stadt besichtigt, eine defekte Pumpe (Bilge) ausgewechselt und gut Essen gegangen.

31.05.03 San Feliu de Guixol - Estartit

Nach einer Stunde Fahrt kam uns dann plötzlich eine Nebelwand entgegen. 3 Stunden Fahrt mit höchstens 100 m Sicht! Ich verfolgte intensiv einen Radarkontakt, der mir entgegen kam. ca. 0,5 sm vor mir verschwand plötzlich der Punkt. Er tauchte dann schnell direkt neben uns auf: Ein französischer Segler. Das war ziemlich knapp! Dann weiter links neben uns ein schnelles Motorboot!

Es wäre vielleicht doch besser, nicht so nah der Küste entlang zu fahren? Es waren nur 31 sm bis Estartit, aber sie hatten es in sich. Am Sonntag haben wir die Stadt besichtigt und haben mit Heinrich und Gisela von der SY Nadir mittags Tee getrunken.

Außerdem stand auf dem Plan: Formel 1 ( Räikönen nur Platz 2: eine Enttäuschung für Leila), Einkaufen, Wäsche waschen, Tanken.

03.06.03 Estartit - Cadaques - Llanca

Bei 3-7 m/s achterlichen Wind setzten wir nur die Genua und waren schnell in Cadaques. Wir ankerten vor der Stadt, nachts kam starker Wind auf und wehte genau in unsere Bucht. An Schlaf war nicht zu denken. Am nächsten Morgen waren wir wie gerädert und flüchteten in den nächsten, nur 12 sm entfernten Hafen Llanca. Landschaftlich eine der schönsten an der ganzen Costa Brava!

Hier mieteten wir uns einen kleinen Fiat und besichtigten dann Figheras: Die Heimatstadt Dalis mit seinem phantastischen Dali-Museeum. Am nächsten Tag noch einen Ausflug nach Port Bou (französische Grenz) gemacht.

07.06.03 Llanca - Leucate

Beim Losmachen hat leider wieder eine Mooringleine um unsere Schraube gewickelt, obwohl ich gefühlsmäßig lange gewartet habe, bevor ich ablegte. Es musste ein Taucher her! Für 60 EURO befreite er uns von dem Übel. Erst motorten wir, da kein Wind, später dann mit Genua- und Großsegel dann schön gesegelt. Im Hafen haben wir wieder Gisela und Heinrich von der SY Nadir getroffen und machten längsseits am Gästekai fest. Am nächsten Morgen hingen bei uns frische Brötchen an der Reling! Das Heinzelmännchen war wohl Heinrich!

09.06.03 Leucate - Sète

Ab 14.00 Uhr wurde mit unserem neuen Spinnaker, sprich Parasail, gesegelt. Nach der rasanten Fahrt, auf der uns viele Segler ob des neuartigen Spinacker bestaunten und fotografierten landeten wir sicher am Gästekai von Sète in Frankreich. Jetzt merkten wir wirklich das wir in Frankreich waren: Das Essen wir hier richtig zelebriert. Delikat, wenn auch etwas teuer. Es hat sich trotzdem gelohnt. Zum letzten Mal sahen wir die SY Nadir mit Gisela und Heinrich, die dann in die Kanäle in Richtung Rhone abgebogen sind. Sie mussten den Mast legen und wollten bis nach Deutschland die Kanalroute fahren.

10.06.03 Sète - St. Marie de la Mer

Drei Tage blieben wir in dieser kleinen Stadt in der Carmarque, die ich zuletzt vor ca. 40 Jahren besuchte. Sie hat sich in dieser Zeit im positiven Sinne kaum verändert; viele gute Restaurants und eine trotz der vielen Touristen sehr schöne Atmosphäre. Wir machten eine Wanderung in die Camarque und bewunderten Reiher, Flamingos, Stiere und die Carmaque-Cowboys.

13.06.03 St. Marie de la Mer - Cassis

Das Parasail kam wieder für 18 sm von insgesamt 51 sm zum Einsatz. Es waren fast keine Boote unterwegs! Natürlich abends wieder Fisch essen gegangen. Die zweite Nauticat NC 44 angetroffen und dies innerhalb von 3 Jahren! Ich habe doch keine Massenboot gekauft.

Cassis ist einmalig schön. Das Zentrum ist um den Hafen gruppiert und voller schöner Geschäfte und Restaurants.

15.06.03 Cassis - Hyère Plage

Heute ging es Leila sehr schlecht und sie musste die ganze Zeit schlafen. Der Wind blies zwischen 2 und 7 Bft. und ich musste alles alleine machen. Zeitweise fuhr ich nur mit der Genua, dann später bei starkem Wind nur mit kleiner Fock und Besan. Hier habe ich die Einspritzdüsen am Generator erneuern lassen.

19.06.03 Hyère Plage - St. Tropez

Diesmal gab es sogar zu wenig Wind für das Parasail. Nach 7 Stunden Motorfahrt haben wir in der Bucht vor St. Tropez geankert. Wir blieben 3 Tage, denn es war so schön.

22.06.03 St. Tropez - Rade Agay (bei St. Raphael)

Sind eine wunderschöne Küste entlang gesegelt und haben in der Bucht geankert. Abends sind wir in die Stadt zum Essen gefahren. In der Nacht kam Wind auf und es hat stark geschaukelt. Wir haben schlecht geschlafen.

23.06.03 (08.10Hr) Rade Agay - Calvi (Korsika) 100 sm

Nach der unruhigen Nacht sind wir früh aufgewacht, haben zuerst motort, dann ein paar Stunden gesegelt. Leila zum ersten Mal ohne

Land in Sicht! Später wieder nur motort. Glatte See, Ruhe - und dann plötzlich sah ich einen merkwürdig großen Buckel im Wasser.

War es ein U-Boot? War es ein Wal. Ich vergas wieder, was ich zu sehen vermeinte. Nach einer weiteren halben Stunde sah ich jedoch nunmehr wirklich einen großen Wal ca. 50 m vor uns. Kurze Zeit darauf sahen wir nochmals 2 Wale. Leider konnte ich nur ein schlechtes Foto machen, da die Digitalkamera zu langsam reagiert. Sie ist leider für solche Schnappschüsse, wo es auf Schnelligkeit ankommt, nicht geeignet. Wir erreichten Calvi in der Nacht 1.30 Uhr des 24.6.03 und die Crew einer großen Motoryacht half uns beim Festmachen. Es war die Yacht von Valentino, dem Modeschöpfer.

28.06.03 Calvi - Girolata (Bucht 42° 20,848 N 8° 36,948 E) 24 sm

Eine wunderschöne Bucht, leider war sie sehr ungeschützt. Wir verbrachten 2 unruhige Nächte mit wenig Schlaf.

30.06.03 Girolata - Cargese 16 sm

01.07.03 Cargese - Ajaccio

Heute hatten wir bis 6 Bft. Wind und sehr hohe Wellen. Unterwegs haben wir Delphine gesehen.

03.07.03 Ajaccio - Propiano 25 sm

Idealer Halbwind 4-6 Bft. Wir machen bis 6 kn Fahrt! Der Hafen war voll, wir konnten uns dann jedoch am Eingang seitlich anlegen. Die Marineros halfen uns, das Boot am Leuchtfeuerturm festzumachen.

05.07.03 Propiano - Anse de Fornello 16 sm

Wir haben entschieden weiter zu fahren. Vor dem Hafen haben uns Riesenwellen begrüßt. Wo kommen sie nur her? Bei mäßigem Wind sind wir nur mit der Genua und dem Besan gesegelt. In der Bucht waren wir dann das einzige Boot. Wir verbringen schöne Tage mit Baden, nachts beobachten wir dieSterne und Leila kocht sehr gut. Wir machen eine Wanderung zum Leuchtturm.

07.07.03 Anse de Fornello - Bonifaccio 9 sm

Mit achterlichem Wind nur mit der Genua gesegelt. Die Einfahrt von Bonifaccio ist aus der Ferne nicht auszumachen. Erst kurz vorher kann man die schmale Lücke in der 100 m hohen Kalksteinfelsenküste ausmachen. Die Einfahrt in den Hafen ist einfach spektalulär! Freundliche Marineros weisen uns sofort einen wunderschönen Platz in der Innenstadt zu, genau neben vielen guten Restaurants. Wir essen hervorragend im Restaurant "4 vents", besichtigen die Altstadt und am nächsten Tag machten wir Ausflüge mit einem Mietwagen in die Berge. Dort waren wir im Gebirgsfluss schwimmen. Es war phantastisch!

10.07.03 Bonifaccio - Isola Budelli (Italien) 12 sm

Hier verbrachten wir 2 Tage im Naturschutzgebiet. Dafür durften wir pro Nacht 26 Euro bezahlen. Wofür ist uns ein Rätsel, da eine Menge von Ausflugsbooten zwischen den Yachten hin und her fährt und dabei über Lautsprecher die gesamten Inseln beschallen. Erst ab 18.00 Uhr kehrt Ruhe ein und fast alle Boote haben den Mooring- bzw. Ankerplatz (dies ist eigentlich verboten) wieder verlassen.

12.07.03 Isola Budelli - Cala Spalmatore 5 sm

Wieder eine wunderschöne Ankerbucht mit nur einem, aber sehr guten Restaurant. Abends und in der Nacht liegen wir hier mit nur 2 anderen Booten.

13.07.03 Cala Spalmatore - Isola Rossa (41° 11,152 N 9° 27,965 E) 5 sm

An der zurückgelegten Strecke kann man sehen, dass wir wegen der schönen Buchten einfach nicht mehr so schnell weiterfahren können. Wir bleiben deshalb und genießen es.

14.07.03 Isola Capresa - Golfo Pero 7 sm

Ankern, Schwimmen, Sonnen, Faulenzen, Genießen!

15.07.03 Golfo Pero - Golfo de Marinella 10 sm

Zwei weitere schöne Tage und Nächte ohne Schaukeln.

17.07.03 Golfo de Marinella - Tavolara

Der Wind bläst stark mit bis zu 7 Bft. Leila hat fast Angst loszusegeln. Ich erkläre ihr, dass das mit kleinen Segeln kein Problem wäre, was sich dann auch bewahrheitet. Leila verliert ihre Angst. Wir segeln mit 6 - 7 kn! Später lies der Wind nach und wir fuhren raumschots gen Süden. Plötzlich geschah es. Bei einem Segelmanöver verwickelte sich die Sicherheitsleine unseres Yorkshire Terriers Candy mit der Genuaschot und wurde mit ihr über Bord gerissen. Leila schrie auf und rief: Candy über Bord. Der Skipper rief zurück: "Dann zieh sie halt wieder ein"! Es war ein Wunder, dass das kleine nur 2,8 kg schwere Tier die Geschwindigkeit von immerhin 6 kn überlebte und sich nicht dabei das Genick brach. Zurück an Bord war sie etwas benommen, aber 5 Minuten später war sie schon wieder topfit. Tavolara ist ein Traum, obwohl man nur die lange Halbinsel im Süden, direkt am Ankerplatz, betreten darf. Sonst ist die Insel militärisches Sperrgebiet. Tagsüber bringen Boote Touristen zum Schwimmen dorthin. Abends werden sie zurückgebracht.

19.07.03 Tavolara - Olbia 12 sm

In Olbia haben wir voll getankt. Dann an der Molo Brin seitlich festgemacht. Leider kann man dort kein Wasser tanken. Auch nicht an der Tankstelle. Wir holen unsere Tochter Julia ab.

23.07.03 Olbia - Porto Rodondo/Porto Portisco 21 sm

Wir haben hinter dem Hafen in der ruhigen Bucht geankert. Natürlich dadurch wieder viel Geld gespart. In der Hochsaison würde eine Nacht im Hafen € 136,00 kosten. Am nächsten Tag sind wir dann zum Wassertanken Reingefahren. Freundlicher Empfang an der Tankstelle. Als wir das Wasser bezahlen wollten, wurde dies höflich abgelehnt. In Spanien haben wir da andere Erfahrungen gemacht. Selbst wenn man dort bezahlen wollte, hat man uns unfreundlich und abweisend behandelt.

24.07.03 Porto Portisco - Cala Volpe 4 sm

Wir haben uns zwei Tage und Nächste zwischen den Millionärsyachten gegönnt und kamen uns vor wie auf einem Paddelboot. Nur Megayachten weit und breit! Die Balearen sind nichts dagegen.

26.07.03 Cala Volpe - Porto Cervo 9 sm

Wir haben im Vorhafen geankert. Abends sind wir an Land gefahren und haben ein Restaurant gesucht. War nicht leicht zu finden. Die Preise waren hoch, das Essen mäßig. Porto Cervo ist eigentliche überhaupt keine Stadt, sondern nur eine Ferienhausansiedlung mit einer Kirche (die ist jedoch sehr schön!)

28.07.03 Bucht 40° 53,435 N 9° 40,661 E - Tavolara 22 sm

Wir zeigen Julia diese Perle von Insel. Der Anker hielt diesmal schlecht und wir mussten ihn dreimal ausbringen, bis er endlich hielt. Man muss ziemlich dicht am Strand ankern, weil es weiter draußen viel Seegras auf dem Grund gibt.

30.07.03 Tavolara - Olbia 6 sm

Julia verbringt ihren letzten Tag an Bord und fliegt dann wieder nach Hause. Am gleichen Tag entdecke ich, dass unser Ladegerät nicht mehr funktioniert. Es hat seinen Geist aufgegeben. Ich versuche, ein neues Gerät zu bekommen. Dies ist jedoch sehr schwierig. Wir geben die Bestellung auf und können nur hoffen, dass es bald geliefert wird.

02.08.03 Olbia - Palau 29 sm

Natürlich wollen wir wegen des defekten Ladegerätes nicht in Olbia warten und fahren deshalb weiter mit idealem Wind von 5-6 Bft. In Palau war der Hafen voll, deshalb ankerten wir vor dem Hafen, was aber kein Problem war. Nur mussten wir jetzt ab und zu unsere Maschine laufen lassen, damit unsere Batterien wieder geladen wurden. Dies war wirklich unangenehm und sollte auch noch ein paar Tage so andauern. Palau ist laut, weil hier die Fähren nach Madalena und anderen Städten Italiens ein- und auslaufen.

03.08.03 Palau - Porto Liscia 3 sm

Wir erholen uns in dieser schönen Bucht von der lauten Stadt Palau. Weil wir nicht weit zu fahren haben, schleppen wir unser Schlauchboot hinterher. Beim Ankermanöver haben wir dann wieder Pech und die Leine des Dingis wird von der Schraube angezogen und wickelt sich darum. Diesmal gibt es keinen

Taucher, der uns helfen könnte. Ich mache mehr als 20 Tauchgänge ohne Tauchgerät und versuche die Leine abzuwickeln. Dies misslingt aber und ich schneide die Leinen mit dem Brotmesser durchs.

05.08.03 Porto Liscia - Longonsardo/ St. Maria di Galura 2 nm

Wir motoren weiter und warten auf unser neues Ladegerät und faulenzen. Einen Kühlschrank haben wir bereits abgeschaltet um Strom zu sparen.
Auch im Hafen müssen wir die Maschine etwas laufen lassen, um die Batterien aufzuladen.

06.08.03 St. Maria di Galura - Castelsardo 27 sm

Hier erhielten wir den Telefonanruf, dass das Ladegerät jetzt in Olbia eingetroffen ist. Ich fuhr in einem Minibus nach Olbia. Es war eine abenteuerliche Fahrt durch die Berge, durch winzige Dörfer und Täler. Der Fahrer war jung und er wollte wahrscheinlich einen Pünktlichkeitsrekord aufstellen. Unterwegs musste er ab und zu anhalten, um Wasser im Motor aufzufüllen. Am Abend kehrte ich dann mit dem neuen Ladegerät zurück. Hier erfuhr ich dann, dass Leila einen Unfall hatte. Sie war alleine in der Stadt gewesen und hatte eingekauft. Auf dem Rückweg verstaute sie die Sachen in unserem Schlauchboot, das ich in der Nähe der Stadt festgemacht hatte und wollte damit zur Yacht zurückfahren. Beim Einsteigen verlor sie das Gleichgewicht und stürzte mit dem Kopf gegen das Heckbrett des Dingis und brach sich dabei die Nase. Gott sei Dank haben freundliche Italiener ihr sofort geholfen und sie zur Untersuchung nach Sassari ins Krankenhaus gebracht. Sie war eshalb auch einen halben Tag unterwegs. Das Gesicht war einseitig stark geschwollen und die Farben wechselten dann täglich von rot zu blau usw. usw. Eine Woche später war jedoch nichts mehr von ihrem Sturz zu sehen. Sie wollte unbedingt sehen, dass ihre Nase schief sei, doch ich bemerkte nichts davon. Wir blieben ein paar Tage, bis die Nase einigermaßen wieder geheilt war.

10.08.03 Castelsardo - Stintino 23 sm

Kurz nach Ausfahrt aus dem Hafen ist unser GPS - Gerät ausgefallen. Wir mussten also auf alt herkömmliche Weise navigieren. Und es war ein Wunder: Der Skipper traf den Hafen auf ca. 0,5 sm genau!

11.08.03 Stintino - Alghero 34 sm

Zum ersten Mal fahren wir durch die schmale, und gefährliche Fornelli-Passage südliche der Insel Asinara. An einigen Stellen ist das Wasser wirklich nur 3 m tief. Wir konnten 1,5 Stunden mit dem Spinacker segeln. Dann schlief der Wind ein und wir legten die Reststrecke unter Maschine zurück. Die Westküste von Sardinien ist sehr einsam und hat viel Steilküste mit nur wenigen kleinen Sandstränden dazwischen. Nach dem Umrunden von Capo Caccia erreichten wir dann Alghero. Es empfing uns eine mittelalterliche, wunderschöne Stadt, umrundet von völlig intakten Stadtmauern und großen runden Wehrtürmen. Direkt unter der Madonna auf der Stadtmauer konnten wir im Hafen festmachen.

15.08.03 Alghero - Porto Conte

Ab hier war absolutes Faulenzen angesagt. Wir bekamen zuerst Besuch von Leilas Nichte aus England, Maret und Liam, dann kamen Anita und Bernhard dazu. Wir fuhren ab und zu nach Alghero, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen und machten auch einen Ausflug nach Bossa Marina. Hier hatten wir ein

besonderes Erlebnis. Wir ankerten hinter der Hafenmauer vor dem Strand. Nach Süden hin ist Hafen offen. Nachts um 4 Uhr fing stürmte es plötzlich heftig aus dem Süden und es gab eine richtige Hitzewelle. Uns lief der Schweiß aus allen Poren. Es war der berüchtigte Scirocco. Zum Glück hielt der Anker, obwohl das Boot stark in der hohen Well stampfte. Am Morgen sind wir dann trotz des hohen Seeganges bei 7 Bft zurück nach Alghero gesegelt. Am 4.9.03, genau nach 4 Monaten, habe ich dann Leila und Candy zum Flughafen nach Olbia gefahren und Hans Fröhlich abgeholt.

05.09.03 Alghero - Porto Conte - Stintino - Castelsardo - St. Teresa di Galura 107 sm

Mit Hans segelte ich dann zur Nordküste Sardiniens zurück. Von Stintino nach Castelsardo setzten wir unseren Spinacker und ließen ihn auch noch stehen, als der Wind bis 6 Bft. auffrischte. Es war eine rasante Fahrt und wir erreichten oft einen Speed von 7,5 kn.

10.09.03 St. Teresa di Galura - Cala Spalmatore 12 sm

Dann fuhren wir wieder durch die Straße von Bonifaccio. Wieder hatten wir achterlichen Wind bis 7 Bft. und die Wellen waren sehr hoch.

11.09.03 Cala Spalmatore - Olbia 35 sm

Trotz guter Wettervorhersage hatten wir ab 13.00 Uhr Wind mit 8 Bft. Bei zuerst achterlichen Wind war es kein Problem. Dann mußten wir in der Bucht von Olbia den Kurs auf Richtung West ändern und wir hatten nun den Wind von vorne. Jetzt hat uns der sportliche Ergeiz gepackt und wir kreuzten bis kurz vor die Hafeneinfahrt. Im Hafen angekommen, mußten wir feststellen, dass die Mole Brin voll belegt war. Viele Boote lagen mit einem Abstand von 10 - 15 m hintereinander an der Mole. Es war eine große Platzverschwendung. Wir passten nirgendwo dazwischen und auch zum seitlichen Anlegen an einem anderen Boot lud uns keiner der Segler ein. Sie taten alle so, als ob sie uns nicht sehen würden. Bei 8 Bft. wäre es auch keine Leichtigkeit gewesen, längseits festzumachen. Deshalb fuhren wir auf die andere Seite des Hafens und ankerten dort. Am nächsten Morgen wechselten wir dann an einen frei gewordenen Platz. Am 12.9. kamen dann Marianne und Peter und wir waren nunmehr zu viert.

13.09.03 Olbia - Tavolara 14 sm

Beim Auslaufen sehen wir in der Bucht vor Olbia die auf Grund beim Sturm aufgelaufene Fähre. Sie liegt ganz schräg im Wasser. Wieder ging es zu meiner Vorzeigeankerbuch Tavolara.

14.09.03 Tavolara - La Caletta 19 sm

Von Caletta aus machen wir einen Ausflug nach Posada. Es gibt keine Taxis und ein Angestellter der Fa. Avis bringt und freundlicherweise für ein Trinkgeld nach Posada. Nach der Turmbesteigung in der Altstadt beginnt es zu regnen. Wir flüchten in ein nahe gelegenes Restaurant und haben Glück. Die Küche ist gut und der Wirt spricht perfekt deutsch. Nur für das Taxi verlangt er für lächerliche 5 km Eur 20.--. Wir haben Glück und ein deutsches Paar mit 2 kleinen Kindern bringen uns zum Boot zurück, wo wir uns mit einem Trink revanchieren.

16.09.03 La Caletta - Cala Gonone 27 sm

Das Wetter sah morgens noch recht stürmisch aus, dadass wir mit gerefften Segeln losgefahren sind. Später wurde das Wetter immer besser und bald konnten wir den Spinacker setzen. Doch leider blieb er einmal an der im Bug festgelaschten Leiter hängen und das Unterliek riss etwa 1- 2 cm ab. Nun war es bis auf weiteres vorbei mit dem Spinacker.

17.09.03 Cala Gonone - St. Maria di Navarese 19 sm

Wir segeln an einer wunderschönen Küste entlang und passieren die berühmt Cala Luna, die aber eigentlich nur ein Küstenabschnitt ist, nicht etwa eine richtige Bucht zum Ankern. Wir legen uns für 2 Stündchen vor Anker und die Crew schwimmt an Land, während der Skipper an Bord Wache hält.In St. Maria überwintern viele deutsche Boote. Der Ort ist ganz nett. Es gibt einige Restaurants. Wir lernen ein Ehepaar aus Langenargen, Andrea und Heinz Maucher kennen, die mit einem selbstgebauten Katamaran (Chehili) unterwegs sind. Wie sich herausstellt ist Heinz ein Tausendsassa, der eigentlich alles bauen und reparieren kann, was es so an Bord gibt. Er hat tatsächlich in einem Schnellkurs das Segelreparieren gelernt und hat eine Nähmaschine und alle sonstigen benötigten Utensilien fürs Segelflicken dabei. Er repariert unseren Spinacker perfekt. Wir sind erstaunt, wie viel Stunden Arbeit das kostet. Wir sind ihm dafür sehr dankbar.

19.09.03 St. Maria de Navarese - Porto Corallo 43 sm

Heute leider kein Wind, sodass wir motoren müssen. Porto Corallo ist ein ziemlich trostloser Hafen, ohne eine Stadt in der Nähe. Es gibt nur einen kleinen Kiosk und ein Restaurant. Porto Corallo ist jedoch der einzige Hafen zwischen St. Maria bzw. Arbatax und Villasimus. Marianne behauptet, der Skipper habe einen Putz-Flash. Wir haben alle zusammen das Boot innen und außen gereinigt. Hans wollte jedoch bei einem Fischkutter Fische kaufen. Er war nur in seinem Minislip unterwegs. Der Fischer wollte oder durfte ihm jedoch keine Fische verkaufen. Aber er packte Hans in sein Auto und fuhr mit ihm in die ca. 6 km entfernte Stadt zu de Genossenschaftsladen, wo Hans dann den frischen Fisch erstand. Leider gibt es von der Aktion kein Foto.

20.09.03 Porto Corallo - Villasimus

Villasimus ist ein Hafen ohne Stadt in der Nähe. Es gibt nur einen großen Campingplatz und einige Ferienhaus-Siedlungen. Landschaftlich ist der Hafen wunderschön gelegen. Obwohl der Hafen zum Überwintern der Yachten empfohlen wird, würde ich dort doch nicht gerne bleiben, weil es einfach keine Infrastruktur, sprich Stadt in Nähe, Geschäfte, Leben usw. gibt. Im Winter oder Frühjarh ist dort nur "Tote Hosen".Abends haben dann Marianne und Hans den Unterhosen-Fisch im Backofen gebraten. Er war köstlich und viel besser als in den meisten Restaurants.

21.09.03 Villasimus - Cagliari 20 sm

Dann sind wir doch noch gegen Mittag losgesegelt. Diesmal wieder mit dem reparierten Spinacker. Er ist wieder praktisch wie neu. Den Schaden sieht man wirklich nicht mehr. Unterwegs kommen uns viele Boote sehr nah, um unser Parasail zu bestaunen. Seit Tagen schleppen wir mit unserer Schleppangel einen Köderfisch hinterher. Leider immer ohne Erfolg. Viele behaupten, wie fahren zu schnell dafür, Andere Spezialisten sagen wir sind zu langsam dafür. Was letztendlich stimmt wissen wir leider nicht. Wir vergessen natürlich immer, vor dem Einlaufen in den Hafen die Angel einzuholen. In Cagliari schleppen wir den Köder bis zu unserem Anlegeplatz. Dann bemerken wir erst, dass die Leine noch draußen ist. Mit dem Schlauchboot fahren wir der Leine entlang und können wirklich nach ca. 300 m den 20.-- Euro teuren Köder unbeschädigt bergen. Unser Anleger ist mitten in der City an der Via Roma. Wir laufen uns die Füße wund, um etwas von der Stadt zu sehen. Es ist Sonntag. Abends versuchen wir ein Restaurant zu finden, was sich fast als unmöglich herausstellt. Sonntags sind fast alle Restaurants in Cagliari geschlossen. Natürlich nicht die Bistros u. Eisdielen. Nach einigen Kilometern endlosen Laufens durch die Stadt entdecken wir tatsächlich ein geöffnetes Lokal. War natürlich ein Reinfall.

22.09.03 Cagliari - Teulada 42 sm

Erst um 14 Uhr legten wir ab. Der Wind blies zwischen 4 und 6 Bft. Es wurde 21 Uhr, bis wir in Teulada anlegen konnten.

23.09.03 Teulada Carloforte 34 sm

Unser Spinacker macht wieder Furore und beinflusst Marianne zu folgendem Eintrag in unser Logbuch: Hier ein paar der häufigsten Kommandos:

"Steck ihn rein" (in den Spinackersack)"

"Hol ihn raus" (aus der Klemme, oder sonst wo)

"Jetzt steht er !" (Parasail auf Vorwindkurs)

"Er kommt!" (wenn das Parasail beginnt, sich aufzuplustern)

"Jetzt fällt er zusammen" (bei nachlassenden oder drehenden Wind)

Jetzt weiß man endlich, dass Segeln ein Männersport ist.

Carloforte ist eine wunderschöne Stadt. Das wäre wohl ein guter Ort zum Überwintern. Auch der Preis ist sehr günstig. Doch es ist eine Tagesreise, um mit dem Bus und der Bahn von einer größeren Stadt mit Flughafen dorthin zu gelangen.

24.09.03 Carloforte - Torregrande (Oristano) 65 sm

Zu dieser Strecke zitiere ich wieder Mariannes Eintrag ins Logbuch:

Es schon blöd, wenn der Wind aus dem Norden kommt und man in den Norden will (Muss). Das bedeutet Schieflage total, glückliche (?) Segler, rutschende Passagiere, schepperndes Geschirr und Kommandos, die keiner hört wegen der starken Windgeräusche. UND DER SEEGANG! Der bringt sogar Peter zum Schweigen! Dann der Lichtblick: Hafen Buggeru! Wir sehen schon ein kleines Örtchen, vor unserem geistigen Auge winkt der Caipirinha- und was ist dann ??? Wir lauf auf !! Plötzlich ist die Hafenmauer bevölkert von Schaulustigen, Norberts Adrenalinspiegel schnellt in die Höhe, aber die Beiden, Norbert und sein SY Leila können sich aus eigener Kraft befreien!! Hurra!! Das bedeutet 32 sm mehr an der hafenlosen Westküste. Irgendwann um Mitternacht kommen wir an. (Bei 7 Bft. und hohem Seegang)

Marianne, Peter und Hans verlassen die SY Leila. Dafür kommt Günter Will aus Oberursel.

27.09.03 Torregrande - Bossa Marina

Das Wetter ändert sich jetzt von Tag zu Tag. Die ganze Strecke von Olbia bis fast Oristano konnten wir segeln. Heute nun wieder mal ein Tag ohne Wind.

28.09.03 Bossa Marina - Alghero 21 sm

Diesmal machen wir am Anleger fest. Es kostet nur noch die Hälfte wie in der Hochsaison.

01.10.03 Alghero - Porto Conze - Stintino 45 sm

Ich mache mal wieder den Stadtführer. Schließlich kenne ich mich ja jetzt hier gut aus. Die Fornelli-Passage steuere ich jetzt schon fast im Schlaf und ohne Seekarte.

03.10.03 Stintino - Castelsardo 21 sm

Hier weht der Wind immer. Am Anfang fast Null, dann aber später gleich wieder 7 Bft.

04.10.03 Castelsardo - Palau 38 sm

In Palau kam uns sofort ein Marinero im Schlauchboot entgegen und wies uns ab. Es gab keinen Platz. Er verwies uns auf einen Kai, auf dessen gegenüber liegender Seite die großen Fähren anlegten. Wir machten dann dort fest, wurden aber später von Soldaten darauf hingewiesen, das es sich hier um militärisches Gebiet handelt und Anlegen verboten sei. Der Wind wurde inzwischen jedoch so stark, das ich es ablehnte, abzulegen. Auch am nächsten Tag hielt der Starkwind an und wir blieben einfach am verbotenen Kai liegen. Erst am 7.10. verlegen wir uns vor die Hafeneinfahrt an eine Mooring. Nachmittags klingelt unser Telefon und Manfred aus Hamburg steht auf dem Militärkai und winkt uns zu. Wir holen ihn mit dem Schlauchboot ab. Dann beobachten wir, dass ein Skipper aus Frankreich mit Hilfe von zwei Marineros an unserer Nachbarmooring eine 42 Fuß-Yacht festmachen. Der Skipper geht von Bord. Am Spätnachmittag kommen die Marineros nochmals, um die Festmacherleine zu kontrollieren. Wir beobachten, dass die alten Leinen bereits durchgescheuert sind. Die Marineros wechseln erneuern die Festmacher. Der Wind war wieder stärker geworden und die Wettervorhersage gab für die Nacht Starkwind-Warnung. Wir verstärkten deshalb unsere Festmacher mit zusätzlich 2 weiteren starken Leinen und waren eigentlich völlig sicher, das dies ausreichen würde. Am frühen Morgen, ca. 4 Uhr, es war noch stockdunkel, toste dann ein richtiger Sturm mit bis zu 24 ms/sec = 9 Bft. Wir wurden wach, stiegen ins Steuerhaus und konnten gerade noch beobachten, wie unser Nachbar-Boot sich los riss und zum Strand abgetrieben wurde. Eine halbe Stunde später erwischte es dann uns. Alle drei Leinen rissen in der Mitte durch und ich musste sofort die Maschine starten. Mit Vollgas fuhr ich gegen den Wind in den Vorhafen zum Militärsperrgebiets-Kai zurück und wir machten dort fest. Vorher musste ich noch einige Kreise fahren, damit neue Festmacherleinen zum Anlegen vorbereitet werden konnten. Jedes Mal, wenn der Wind die Yacht seitlich erwischte, bekam sie starke Schlagseite. Die Soldaten, die am Kai Wache standen, krümmten nicht einen Finger, um uns beim Anlegen bei diesem Wind zu helfen. Am Spätvormittag lies dann der Wind nach und wir verlegten uns an die Tankstelle. Wir machten einen Spaziergang zum Strand und fotografierten die gestrandete Yacht.

09.10.03 Palau - Bonifaccio 24 sm

Bei 10-15 m/sec. bzw. 6-7 Bft. kreuzten wir nach Bonifaccio. Nochmals besuchten wir das Restaurant " Les 4 vents" und wir wurden wieder vorzüglich bedient.Den Aufstieg zur Altstadt wollten wir meiden. Deshalb nahmen wir ein Taxi. Dafür wurden wor mit € 10 für 2 km bestraft!

10.10.03 Bonifaccio - Porto Massimo - Porto Portisco - Olbia 70 sm

In Porto Massimo und Porto Portisco war tote Hose! Alle Restaurants beriets geschlossen. Gott sei Dank hatten wir noch etwas im Kühlschrank und mussten nicht Hunger leiden. In Olbia verlies uns Günter und verbrach zum Abschied Günter noch folgendes Gedicht im Logbuch:

Auf seinem Schiff hat Norbert (fast) immer alles im Griff.

Verhakt sich auch mal die Angel im Hafen,

so hat die Crew beim Einlaufen geschlafen,

Vor jedem Törn und das ist Pflicht,

vergisst unser Captain den Wetterbericht nicht.

Kommt dann auch mal ein rechter Sturm,

ab 8 Beaufort ist Norbert in Form.

Hoch am Wind mit einem Reff

oder vorm Wind mit Bullenstander wird es für alle interessanter.

Es streiken die Knie, der Magen hängt runter,

das war ein Tag wie Norbert ihn mag.

In Alghero haben wir bei Michele, dem Segler, Agnello gegessen.

Ein guter Vino der darf nicht fehlen, man hat sich ja soviel

vom Segeln zu erzählen.

Michele hat Norberts Mut im Sturm erkannt

und ihn dann spontan "Capitano Tempesta" genannt.

Weiter ging ea dann zwischen den Klippen,

das ging ja gut, kommt über die Lippen.

Eines Nachts, das Boot stampft im Sturm an der Moorung sich frei,

wir habens bemerkt, sonst wärs jetzt mit "Leila" vorbei.

Ich steigerte meine Erfahrung in den lezten 2 Wochen,

nicht nur im Segeln sondern auch im Kochen

13.10.03 Olbia - Cannignione 26 sm

Mit Manfred alleine ging es jetzt auf den Weg ins Winterlager nach Alghero. Es war Montag und wir sollten unser Ziel bis Sonntag erreichen. Eigentlich eine lange Zeit für nur etwas mehr als 100 sm! Die Fahrt nach Cannignione verlief ruhig bei achterlichem Wind. Das letzte Stück mussten wir 1 Stunde motoren.

14.10.03 Cannignione - Castelsardo 47 sm

Der Wind blies mit ca. 5-6 Bft. und drehte ständig so günstig, dass wir nur mit der Genua vor dem Wind segeln konnten, obwohl der Kurs im Zickzack durch die Inseln im Norden Sardiniens führte. Wir mussten nur eine Halse machen.

16.10.03 Castelsardo - Stintino 22 sm

Der italienische Wetterbericht sagt Windstärke 6-7 in Spitzen bis 8 Bft. voraus, Der deutsche Wetterdienst Wetter-Online nur 5 - 6 Bft. Wir richten uns ausnahmsweise, obwohl dies eigentlich falsch ist, nach dem besseren Bericht und fahren los. 10 sm vor Stintino kommen wir dann wirklich in einen richtigen Sturm. Das Windmessgerät zeigt bis 25 m/sec. an. Das sind 10 Bft.! Er kommt jedoch von hinten und ist deshalb nicht so schlimm. Mächtige Wellen rollen von hinten heran. Doch immer hebt sich mit ihr unser Boot in die Höhe und wir bleiben im Cockpit trocken. Eine Meile vor dem Hafen rollen wir das letzte halbe Stück Fock ein und sausen trotzdem noch ohne jedes Segel mit 5 kn Fahrt in den Hafen. Hier können wir mit Hilfe eines netten französischen Seglerpaares gegen den Wind an einem Schwimmsteg festmach.

19.10.03 Stintino - Alghero 41

Jetzt warten wir auf besseres Wetter, weil wir die Fornelli-Passage passieren müssen. Der Sturm braust noch 3 Tage unaufhörlich weiter und der Seegang sieht beängstigend aus. Endlich können wir am Sonntag, einen Tag vor Manfreds Rückflug doch noch nach Alghero segeln. Hier endete unser diesjährige Segelsaison.

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